Olten
Länger und noch mehr Nervenkitzel: Die Oltner Chilbi gibts diesmal in XL

Heuer öffnet die Oltner Chilbi bereits am Freitagabend ihre Tore und wartet mit einem brandneuen Angebot auf – starke Nerven sind gefragt. Zudem wurden die Öffnungszeiten ausgedehnt.

Anja Lanter
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Swiss Tower: Schon beim Hinschauen wird einem schwindlig.

Swiss Tower: Schon beim Hinschauen wird einem schwindlig.

Bruno Kissling

Wenn der Duft von Magenbrot in der Luft liegt, lautes Lachen und Kreischen schon von Weitem zu vernehmen ist und sich eine riesige Menschenmasse im Schneckentempo durch die Mühlegasse walzt, dann findet in Olten die Chilbi statt.

Heuer geht sie sogar in einer XL-Version über die Bühne: Zum ersten Mal öffnet die Chilbi in der Dreitannenstadt ihre Tore nämlich nicht erst am Samstag, sondern bereits am Freitagabend um 18 Uhr. «Im Hinblick auf Freitag kribbelt es bei mir schon ein bisschen, es ist schliesslich etwas Neues», gesteht Chilbichef Andreas Minder.

Öffnung bis zwei Uhr angestrebt

In den Köpfen herumgeschwirrt ist die Idee einer Verlängerung der Chilbidauer, die mit einer Gebührenerhöhung von 20 Prozent einherging, aber schon länger: 2011 seien zwei oder drei Schausteller mit diesem Anliegen zu ihm gekommen, ein Jahr später habe man das Thema wieder diskutiert. Dabei hat sich herausgestellt, dass alle Schausteller sowie die meisten Marktfahrer hinter diesem Vorhaben stehen. So stiess es etwa bei Schausteller Hanspeter Maier auf grossen Anklang: «Auf diese Weise wird das Risiko, dass beispielsweise schlechtes Wetter herrscht, auf vier statt nur drei Tage verteilt.»

Und nachdem der Stadtrat im Dezember 2013 die Bewilligung dafür erteilt hat, steht kommenden Freitag nun die Feuerprobe an – ob diese, wie eigentlich festgelegt, bis halb eins Uhr nachts dauern wird, ist aber noch ungewiss. Denn Minder schwebt eine Öffnungszeit bis zwei Uhr vor: «Ich werde alles daransetzen, dass Stadträtin Iris Schelbert dies auch erlaubt», kündet er mit Zuversicht in der Stimme an.

Diese Ausdehnung der Öffnungszeiten betrachtet er aus zwei Gründen als sinnvoll: Einerseits erwähnt Minder in diesem Zusammenhang die veränderten Ausgehgewohnheiten von Jugendlichen («die Jungen sind heute zu späterer Zeit und länger unterwegs»), andererseits kommt er aber auch auf Sicherheitsaspekte zu sprechen: «Seit die Öffnungszeiten am Samstag auf zwei Uhr ausgeweitet wurden, ist viel weniger ‹Seich› passiert.» Das Konfliktpotenzial sei nämlich kleiner, wenn der Betrieb nicht auf einmal, sondern vielmehr kontinuierlich heruntergefahren werde. Für Sicherheit werden zudem wie gewohnt Polizeipatrouillen sorgen, welche von Schaustellern, Marktfahrern und Publikum geschätzt würden, schiebt er nach.

Neuheit Swiss Tower

Nicht nur die Polizeipräsenz stösst gemäss Minder auf Rückhalt in der Bevölkerung, sondern auch der Anlass an sich. «Die Oltner sind sehr chilbifreundlich und kommen selbst wenn es regnet. Die Chilbi hat hier einen Status wie die Fasnacht, diese Situation ist fast einzigartig.» Als einzigartig kann auch der Swiss Tower bezeichnet werden – eine brandneue, 82 Meter hohe Bahn, welche die Leute zuerst in luftiger Höhe die Aussicht geniessen und sie dann im freien Fall mit bis zu 92 km/h wieder Richtung Boden sausen lässt.

Heute Mittwochabend soll der Turm mit Bodenmass 21 auf 18 Meter fixfertig stehen, nachdem man bereits am Montag mit den Aufbauarbeiten begonnen hat. «Es ist der grösste transportable Freifall-Turm der Welt. Nervenkitzel garantiert», betont Inhaber Hanspeter Maier stolz. Und auch Andreas Minder zeigt Freude an der Neuheit: «Für einen Chilbichef ist es schön, ein neues Angebot präsentieren zu können. Letztes Jahr war es die Bahn Super Chaos, heuer ist es eben der Swiss Tower.»

Eine Chilbi wäre aber ziemlich einseitig, wenn nur die Adrenalinjunkies auf ihre Kosten kommen würden. Deshalb möchte Minder auf einen guten Mix setzen – und Altbewährtes ebenfalls beibehalten: Mit Ausnahme des Swiss Tower sei das Angebot ähnlich wie dasjenige im letzten Jahr, meint er denn auch. «Mir ist es wichtig, jeweils nicht zu viele Bahnen ‹reinzudrücken›, es braucht ja auch noch Platz für die Leute.» – Und für deren Autos: Minder ist überzeugt, dass die zur Verfügung stehenden Parkplätze (Parkhäuser Bornblick, Hübeli, Ring und Sälipark) reichen werden. «Dies war auch in den letzten Jahren der Fall», erklärt er.

Unabhängig davon wird garantiert auch dieses Jahr wieder regelrechtes Gedränge in den Strassen rund um die Schützenmatte herrschen – schliesslich hat man es bei den Oltnern mit einem chilbifreundlichen Volk zu tun.

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