Im Schauraum an der Ringstrasse 26 zeigt der Oltner Künstler Enzo Cosentino vom 3. bis 20. November 2016 einen Querschnitt durch sein Schaffen. In Kalabrien geboren, lebt der Künstler mit seiner Familie seit über vierzig Jahren in Olten. Er hat zwar ein bekanntes Malergeschäft betrieben, aber seine Leidenschaft gehörte immer seiner künstlerischen Tätigkeit.

Es ist dies eine besondere Ausstellung, die aus dem Inhalt heraus mit den Sinnen des Betrachters spielt. Man taucht ein in die Landschaften mit den Olivenbäumen, Wiesen, verträumten Orten voller Poesie. Wo könnte dies anders sein als in Cosentinos Heimat – in Kalabrien.

Er liebt Olivenbäume; sie erzählen vom Leben, von Licht und Schatten, von der Suche nach Harmonie, die jeden beglückt, weil Olivenbäume nicht nur alt und knorrig werden, sondern Geschichte in sich tragen.

Weite Horizonte

Cosentino liebt aber auch die weiten Horizonte, die wunderschönen Lichtspiele am Tag oder in der Nacht, die bewegten Wolkenbilder oder das helle Grün der vorgelagerten Wiesen mit den roten Mohnblumen. Dinge, die das Auge beglücken und aufzeigen, wie sehr die Natur uns stützen und Kraft geben kann. Cosentinos Landschaften sind voller sinnlicher Elemente. Und die schwappen in einem besonderen Masse in seine Stillleben über.

Es sind dies zum Teil wandgrosse Bilder. Auf dunklem Grund entdeckt man eine Aufreihung von sinnlich gerundeten Orangen versehen mit feinen Lichteffekten. Trauben, tiefrot, mit Lichtpunkten belebt im schwarzen Grund; leuchtend gelbe Zitronen, übergross herausgearbeitet.

Immer erlebt man ein besonderes Lichtspiel, taucht man ein in diese Motive, die man so liebt und die so vertraut sind, aber in einer solch packenden und berührenden Art selten wahrgenommen werden. Der Künstler liebt Stillleben, weil darin Lebensfreude auszumachen ist: Eine Freude am Betrachten von nicht nur formal schönen Dingen, sondern auch von solchen, die man geniessen kann, dies im wörtlichen Sinne.

Immer wieder neu

Cosentino überrascht immer wieder mit neuen malerischen Ausrichtungen. Da er beruflich als Malermeister etwas langsamer tritt, kann er sich vertiefter seiner künstlerischen Tätigkeit widmen. Natürlich liebt er Frauenbildnisse, Porträts von Menschen, die er kennt oder die er beobachtet hat, aber vor allem liebt er auch seine Landschaften mit den Olivenbäumen, seine Früchte, seine Stillleben im dunklen Grund.

Der Betrachter wird magisch von diesen Motiven angezogen und spürt, dass das, was darin steckt, ein sinnliches Vergnügen signalisiert, weil die feinen und schönen Dinge nicht immer so leicht zu erkennen sind in einer Zeit, in der jeder irgend einem vermeintlichen Ziel nachhastet.

Diese Bilder im Schauraum schenken dem Betrachter besondere Emotionen - nämlich, dass das Leben auf Vergänglichkeit ausgerichtet ist, und man nur etwas von diesem Leben hat, wenn man die einfachen natürlichen Dinge darin in ihrer Schönheit erkennt.