Ländiweg

Ländiweg in Olten: «Die Leute haben Angst»

Passanten bevorzugen den Gang über die Treppe zum Bahnhofquai anstatt über den Ländiweg. hr. aeschbacher

Passanten bevorzugen den Gang über die Treppe zum Bahnhofquai anstatt über den Ländiweg. hr. aeschbacher

Der Ländiweg, «der schönste Fussweg von Olten», wird laut FDP Olten regelrecht von «Gruppen von auffälligen Personen» belagert. Jetzt setzt die FDP Olten dem Stadtrat eine Deadline, um für Ordnung zu sorgen.

Drogendeals, streuende Hunde, verbale Angriffe und Abfall – der «schönste Fussweg von Olten», die Verbindung zwischen der Bahnhofterrasse und der alten Brücke, wird laut einer Mitteilung der FDP während der aktuellen Schönwetterperiode regelrecht von «Gruppen von auffälligen Personen» belagert.

«Das kann so nicht weitergehen», sagt Urs Knapp, Präsident der FDP-Fraktion im Oltner Gemeinderat, auf Anfrage. Es seien in letzter Zeit sehr viele Reklamationen von Passanten bei ihm eingegangen.

«Die Leute haben Angst. Eine Frau zum Beispiel wurde am Ländiweg verbal angegriffen und von einem Hund angepisst. Auch die Drogendeals werden kaum versteckt abgehandelt.»

Nun ist das Fass überlaufen. Der Ländiweg ist seit Jahren ein Sorgenkind von Olten und wurde immer wieder auch im Parlament thematisiert. Getan hat sich bis jetzt laut der FDP Olten aber zu wenig. Deshalb stellt die Partei nun in einer Mitteilung dem Stadtrat klare Forderungen und eine Deadline («noch vor der 1.-August-Feier»).

Konkret fordert die Partei, dass Leute, die andere belästigen, vorübergehend vom Ort weggewiesen werden. Weiter soll auch Leinenzwang für Hunde zwischen Bahnhofterrasse und Alte Brücke gelten. Schliesslich soll konsequent geahndet werden und keinen Drogenhandel am Ländiweg geduldet werden.

Öffentlicher Platz gehört allen

«So kurzfristig ist es schwierig die Lage stark zu beeinflussen», sagt Stadtrat Thomas Marbet auf Anfrage. Man sei sich der angespannten Situation am Ländiweg bewusst. Weshalb man in Vergangenheit eine Littering-Kampagne durchgeführt habe und mehrere zusätzliche Abfallkübel hingestellt habe. Der Werkhof putze den Weg zudem täglich. Auch die Stadtpolizei sei informiert, und wurde gebeten speziell ein Auge auf den Ländiweg zu werfen. «Es ist aber klar; wenn ein Polizist vorbeigeht, wirft sicher niemand eine Bierdose auf den Boden.» Da es sich beim Ländiweg um einen öffentlichen Platz handelt, könne man niemandem verbieten, sich dort aufzuhalten.

Stapo: «Keine offene Drogenszene»

Die Oltner Stadtpolizei kennt die Lage am Ländiweg zu gut. Deshalb kontrolliert sie laut dem Kommandaten Daniel Bürki den Weg jedes Jahr im Sommer vermehrt. «Von einer offenen Drogenszene kann aber keine Rede sein», sagt Daniel Bürki. Konsum von weichen Drogen komme vor und werde auch entsprechend verzeigt. Obwohl seit rund zwei Jahren aus Spargründen keine Securitas mehr am Ländiweg präsent sind, habe sich die Situation seither nicht verändert. Dieses Jahr konnte laut dem Kommandanten die Kontrolltätigkeit auf dem Ländiweg, dank der Zusammenarbeit mit der Kapo sogar erhöht werden.

Bald Gespräche mit SBB

«Ich gehe regelmässig beim Ländiweg vorbei und wurde dort in den letzten zehn Jahren glücklicherweise noch nie von jemanden belästigt», sagt Thomas Marbet. «Trotzdem habe ich Verständnis für die Leute, die andere Erfahrungen machen.» Deshalb werde die Entwicklung des Ländiwegs auch in der geplanten Realisierung eines neuen Bahnhofplatzes speziell geplant.

«Wir überlegen, eine Buvette am Ländiweg einzuplanen, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Dazu kommt eine Rampe, die zu einem neuen Velokeller führen wird», sagt Marbet. Um das Problem aber auch kurzfristig anzugehen, werde er nächste Woche mit der SBB Immobilien, die Vermieter der Imbissbude gleich neben dem Ländiweg, die aktuelle Situation besprechen.

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