«Ist es nicht wunderschön, mitten in der Stadt aus dem Fenster auf weidende Schafe blicken zu können», sagt eine Bewohnerin vom Oltner Zehnderweg. Die Rede ist von den sieben Schafen, die Gabriela Schenker aus Olten und der Verein «Oltner Stadtschafe» dort weiden lassen. Seit nunmehr zehn Jahren hält die Biologin Schafe.

Was ursprünglich aus einem Luftschloss und einer Spontanidee bei einem Besuch im Tierpark Roggenhausen begann, entwickelte sich in all den Jahren zu einem aufwendigen, aber für die aus Oberbuchsiten zugezogene Biologin doch äusserst beglückenden Hobby. Und aus den am Anfang zwei jungen Schafen zum 20. Geburtstag wurden in all den Jahren aktuell nun sieben weibliche Schafe, die in den letzten Tagen bereits drei Jungtiere auf die Welt brachten.

Geburten zumeist in der Nacht 

Letzte Woche noch auf der Wiese unterhalb der städtischen Musikschule grasend, sind die sieben Schafe und ihre Lämmer nun auf der Wiese unterhalb des Frohheim-Schulhauses am Weiden. «Wohl noch bis diesen Freitag oder Ostersamstag, wenn abgegrast ist. Dann geht es mit einem alten Pferdeanhänger auf die nächste städtische Wiese beim Friedhof Meisenhard», sagt die Schafhalterin.

Bereits im dritten Jahr in Folge darf die kleine Herde nun den Sommer auf insgesamt neun verschiedenen Parzellen im Stadtbesitz oder unter städtischer Bewirtschaftung verbringen.

Bald noch Drillinge oder Vierlinge

«In diesem Jahr wird es wohl etwa zehn bis zwölf Lämmer geben», meint die Biologin, die in einem Mehrfamilienhaus lebt und selber über keinen bäuerlichen Hintergrund verfügt. Ein Schaf werde wohl Drillinge oder Vierlinge gebären. Zumeist würden sie dies im Schutze der Nacht tun. Und so ist Gabriela Schenker in diesen Tagen noch viel häufiger auf ihren Kontrolltouren und geht auch nachts zu ihren Lieblingen.

Diese erwidern ihre Liebe selbst im Winter, in Schenkers «schäfli-freier» (Ferien-)Zeit, wenn die Stadtschafe mit einem Schäfer und über 1000 weiteren Tieren in einer Wanderherde durch das Luzerner Flachland ziehen. «Wenn ich sie besuche», so Schenker, «kommen sie aus der grossen Herde zu mir gelaufen und wollen mit mir schmusen.»