Olten

Kunstschaffende beleben ehemaligen Teppichladen Tattarletti neu

Auch ein Blick ins lebendige Bifang-Quartier muss sein: Regina Graber, Jürg Meyer und Daniel Kissling von Pro Kultur Olten.

Auch ein Blick ins lebendige Bifang-Quartier muss sein: Regina Graber, Jürg Meyer und Daniel Kissling von Pro Kultur Olten.

Das Bifang-Quartier ist und bleibt im steten Wandel. Bereits in diesem Frühjahr ist bekannt geworden, dass der ehemalige Teppichladen Tattarletti umgenutzt wird. Der Name Tattarletti wird auch bei der neuen Nutzung erhalten bleiben.

Tattarletti? «Das ist schon ein Name, den man hier im Quartier kennt», sagt Regina Graber, Präsidentin des federführenden Vereins Pro Kultur Olten.

Atelierplätze werden genutzt

Ab 1. Juli sind die ersten Kunstschaffenden in das Obergeschoss eingezogen. Fünf der sieben Plätze sind momentan besetzt, der Verein geht aber davon aus, dass nach der heutigen Eröffnung die letzten Plätze noch besetzt werden können. Die Atelierplätze sind mit einer Ausnahme allesamt in einem grossen Raum. Grosszügig und lichtdurchflutet mit Blick auf die alte Aarauerstrasse wird der Raum von einer Spiegelwand begrenzt. Grundsätzlich seien die Atelierplätze nicht nur für bildende Künstler gedacht. «Auch Schreibende oder Musiker sind willkommen», sagt Graber. Die fünf Künstlerinnen und Künstler, welche sich momentan den Raum teilen, sind bildende Kunstschaffende.

Ein Blick in das Atelier im ersten Stock des alten Teppichladens Tattarletti.

Ein Blick in das Atelier im ersten Stock des alten Teppichladens Tattarletti.

Etabliertes und Neues

Ganz unterschiedlich sind aber die Ausrichtungen der einzelnen Mieterinnen und Mieter. Jacquy Neukomm etwa hat sich hier seinen Arbeitsplatz eingerichtet. «Er mag die Atmosphäre hier, gerade weil so viel läuft. Sei es im Atelier selbst oder draussen im Quartier», weiss Jürg Meyer, Vorstandsmitglied des Vereins Pro Kultur Olten. Neukomm wird auch an der Eröffnung mit Zeichnen und Skizzieren beschäftigt sein und begleitet und illustriert so den Tag.

Neben dem etablierten Jacquy Neukomm — er stellt gerade in der Raiffeisenbank in Olten aus — machen andere hier ihre ersten Schritte in der Kunstwelt. So etwa Salam Ahmed. Nach einer Flucht zusammen mit seiner Familie ist er nun eineinhalb Jahre in der Schweiz. Seit dieser Woche erst malt er seine Werke im Gemeinschaftsatelier im Bifang-Quartier. «Er hat immer noch den Flüchtlingsstatus N, ist also nur vorübergehend aufgenommen», erzählt Jürg Meyer. Die Miete für seinen Atelierplatz übernimmt die Kirche.

Der Eventraum im Erdgeschoss wird während der Eröffnung und auch danach vielseitig genutzt. Als Startschuss stellt Jürg Meyer eine Installation aus, die symbolisch für den Verein Pro Kultur Olten steht. Die Dachorganisation (symbolisch die Dachschindeln) sorgt für einen sicheren Boden (symbolisch die Holzklötze eines ehemaligen Bodenbelags) in der Oltner Kulturszene. Deshalb soll der Raum für eigene Kulturanlässe genutzt werden, aber auch vermietet werden. Etwa als Projektraum für Events wie die Kabarett-Tage.

Eröffnungsfest «Kulturraum Tattarletti» :

Samstag, 5. September, 10. bis 16. Uhr. Zu jeder vollen Stunde wird eine spezielle Aufführung stattfinden.

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