Olten

Kung Fu-Schule stellt Lokal für Notschlafstelle zur Verfügung — unter einer Bedingung

Die Kung Fu-Schule Olten bietet in dieser Lokalität eine Notschlafgelegenheit an; bislang hat sich niemand dafür interessiert.

Die Kung Fu-Schule Olten bietet in dieser Lokalität eine Notschlafgelegenheit an; bislang hat sich niemand dafür interessiert.

Sie hätte noch im Oktober eröffnet werden sollen, die Notschafstelle in der Stadt Olten. Der Verein «Schlafguet» konnte aber keine geeignete Lokalität finden. Nun springt die Kung Fu-Schule ein.

Das Regionaljournal Aargau-Solothurn berichtete vergangenen Woche bereits darüber. Die Notschlafstelle in Olten kann nicht auf den bevorstehenden Winter hin eröffnet werden. Grund dafür: Der eigens dafür gegründete Verein «Schlafguet» konnte kein geeignetes Lokal finden, um 6 bis 10 Obdachlose unterbringen zu können.

Alternative tut sich auf

Nun aber könnte sich spontan eine Alternative ergeben. Die hiesige Kung Fu-Schule am Wilerweg 28 möchte ihr Schulungslokal als Notschlafstelle zur Verfügung stellen, wie sie in den sozialen Medien verlauten lässt. «Natürlich stellen wir uns durchaus gesittete und vertrauenswürdige Nutzerinnen und Nutzer vor», so Admir Jukupovic gegenüber dieser Zeitung. Im Schullokal würden nämlich auch wertvolle Dinge aufbewahrt. «Da brauchts schon eine gewisse Vertrauensbasis.»

Jakupovic, Chef-Trainer der angeschlossenen Shaolin Kempo Kung-Fu Schule Olten, kann sich durchaus vorstellen, dass im Schullokal rund drei Notschlafplätze eingerichtet werden könnten. Warum eine Kung Fu-Schule zu einer solchen Offerte überhaupt bereit ist? Jakupovic meint: «Nun, wir sind im weiteren Sinn mit der Shaolin Klostergemeinschaft in China verbunden; da hat Hilfsbereitschaft durchaus ihren Platz.»

Morgentraining obligatorisch

Das Angebot gilt ab 6. November. Geöffnet werden die Pforten ab 22 Uhr. «Uns ist es recht, wenn die Nutzer ihre Schlafutensilien selbst mitbringen», so Jakupovic. Spätestens um 09 Uhr am andern Tag müssen die Nutzer der Notschlafstelle den Ort wieder verlassen haben.

Natürlich ist die Nutzung der Räumlichkeiten gratis; dennoch hat sie ihren Preis. Die Kung Fu-Schule macht nämlich ein leichtes Morgentraining zur Bedingung. «Eine leichte Sache, sicher kein Chrampf», so der Cheftrainer. Damit sollen die Nutzer der Notschlafstelle für den kommenden Tag motiviert, deren Lebensgeister geweckt werden. «Ob sie dann den ganzen Tag irgendwo draussen oder in einem Restaurant verbringen: Da halten wir uns raus», sagt Jakupovic. Aber den morgendlichen Kick, den hätte die Schule in ihren Händen. «Deshalb erklären wir ihn für obligatorisch.»

Bislang hat die Schule auf ihr Angebot noch keine Reaktionen bekommen, wie Jakupovic bestätigt. Aber ihr Angebot ist eine Reaktion auf den gescheiterten Versuch des Vereins «Schlafguet», eine Notschlafstelle einzurichten.

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