Olten
Kunden wehren sich mit Online-Petition: Migros Do-it + Garden soll bleiben

Auf der Internetplattform petitio.ch kämpfen Bürger gegen den möglichen Wegzug des Baumarktes Migros Do-it + Garden vom Sälipark.

Sarah Kunz
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Bruno Kissling

Beinahe rekordverdächtig wird momentan eine Online-Petition über das allfällige Verschwinden des Migros Do-it + Garden mit dem neuen Projekt Sälipark 2020 unterstützt. Innert nur drei Tagen erreichte die Petition die 200 Unterschriften, die für den Erfolg einer Petition in einer grossen Gemeinde vorgegeben sind. Der Stadtrat wird somit um eine öffentliche Stellungnahme gebeten.

Der Baumarkt im sogenannten Freizeitland beim Sälipark besteht seit dem Jahr 1984 und bietet eine Auswahl an Handwerker- und Gartenprodukten. Nun muss der Gebäudekomplex, in dem auch die Abteilungen Migros Klubschule, Melectronics und M Sports angesiedelt sind, dem Neubauprojekt Sälipark 2020 voraussichtlich weichen. Für das Do-it + Garden hat es laut der Genossenschaft Migros Aare keinen Platz mehr; weder im Neubau noch im jetzigen Gebäude des Säliparks. Die anderen Abteilungen sollen jedoch erhalten bleiben.

Gegen diesen Beschluss wehrt sich jetzt die Oltner Stadtbevölkerung mit der Online-Petition «Migros Do-it und Garden muss in Olten bleiben». Diese fordert Folgendes: «Der Stadtrat von Olten soll sich bei der Migros Aare und bei der Eigentümerschaft Sälipark 2020 dafür einsetzen, dass das Angebot von Migros Do-it + Garden nach dem Neu- und Erweiterungsbau mindestens erhalten, der Handwerksbedarf möglichst (wieder) ausgebaut wird.»

Oltner Bürger sind sich einig

Ausgehend von Grüne-Gemeinderat Michael Neuenschwander, der die Online-Petition lanciert hat, unterstützen mittlerweile 237 Personen das Vorhaben (Stand gestern 17 Uhr). Die vorgegebene Zahl von 200 Unterstützern hat die Petition bereits drei Tage nach Startdatum erreicht. Dies ist selten und zeigt, dass die Bewohner der Stadt Olten nicht bereit sind, den Baumarkt kampflos aufzugeben. «Klar kann man auch in den OBI in Oftringen, aber man will ja nicht immer Auto fahren. Ausserdem ist das ökonomischer und ökologischer Unsinn», sagt Neuenschwander.

Machen Sie mit

petitio.ch ist die Petitions-Plattform der «Nordwestschweiz», zu der diese Zeitung gehört. Jeder Bürger kann einfach und schnell ein lokales Anliegen aufschalten und dafür Unterstützer sammeln. Bei genügend Stimmen wird die Petition von uns der zuständigen Gemeinde übermittelt. Mehr Infos auf www.petitio.ch.

Nach und nach hätten Baumärkte in der Stadt ihre Tore geschlossen und nun gebe es bald nur noch die Variante, in die umliegenden Grossbaumärkte zu gehen. Für Neuenschwander ist das keine sinnvolle Lösung. «Die Generation M preist doch immer Nachhaltigkeit, aber wenns drauf ankommt, hält sie ihre Versprechen nicht ein», kritisiert Neuenschwander. «Die Migros handelt eben nicht immer wie im Fernsehspot», fügt er an. Deshalb entschied er sich, diese Angelegenheit politisch anzugehen und öffentlich Druck zu machen. Und das findet anscheinend grossen Anklang bei der Bevölkerung. Auch der dementsprechende Facebook-Post von Neuenschwander in der Gruppe Olten wird hitzig diskutiert. Die Meinung der Bürger ist klar: Das Do-it + Garden soll bleiben.

Stadtrat sind Hände gebunden

Stadtpräsident Martin Wey würde den Wegfall des Baumarktes ebenfalls bedauern. «Als Stadt wollen wir attraktiv sein und ermöglichen, dass unsere Bevölkerung möglichst viel vor Ort einkaufen kann», so Wey. Auch er ist der Meinung, dass das Bedürfnis nach Gartenartikeln in einer so grünen Stadt wie Olten sicherlich vorhanden ist, was die vorliegende Online-Petition auch bestätigt. «Diese Petition setzt ein Zeichen und zeigt, dass Olten sich für seine Bedürfnisse einsetzt», meint Wey.

Er fügt jedoch auch an, dass man an der Situation ein wenig selber Schuld sei. Mittlerweile habe man die Tendenz, vieles über das Internet zu bestellen. Darunter leiden Geschäfte wie eben das Migros Do-it + Garden, obwohl laut Neuenschwander nach wie vor viele Handwerker ihren Bedarf mit dem Sortiment des Baumarktes abdecken. Trotz der persönlichen Einstellung dem Anliegen gegenüber hält Wey klar fest: «Da sind uns die Hände gebunden.» Der direkte Eingriff überschreite schlicht die Kompetenz des Stadtrates. Dieser könne und wolle nicht in das Unternehmen anderer eingreifen und deren Angebot bestimmen. Deshalb liege das letzte Wort bei der Migros Genossenschaft Aare.

Die Stellungnahme der Bauherrin lautet wie folgt: «Die Migros Aare hat die Online-Petition zur Kenntnis genommen und nimmt das Anliegen ihrer Kundinnen und Kunden sehr ernst.» Zudem sei das Projekt Sälipark 2020 noch nicht vollständig konkretisiert, weshalb es noch keinen definitiven Entscheid gebe. Andrea Bauer, Mediensprecherin der Genossenschaft, bestätigt aber: «Momentan haben wir keine Möglichkeit einen Do-it + Garden im neuen Gebäude zu integrieren.» Jedoch seien Alternativen offen, vor allem, wenn der Wegfall des Fachmarktes auf so klaren Widerstand stosse.

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