Kultur
Die Satire muss erneut dem Virus weichen: Oltner Kabarett-Tage 2021 sind abgesagt

Die Oltner Kabarett-Tage finden wegen der unsicheren Coronasituation nicht statt – wie bereits im vergangenen Jahr. Zwei Programmpunkte finden trotzdem statt, nämlich via Livestream.

Fabian Muster
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Die Turmrede soll via Livestream übertragen werden (im Bild Ex- Regierungsrat Peter Gomm im Jahr 2018).

Die Turmrede soll via Livestream übertragen werden (im Bild Ex- Regierungsrat Peter Gomm im Jahr 2018).

Bild: Bruno Kissling (26.5.2018)

«Die Wahrscheinlichkeit, dass wir die Oltner Kabarett-Tage durchführen könnten, ist sehr klein», sagt Medienverantwortliche Markus Spielmann. Daher habe das Kernleitungsteam am Freitagmorgen entschieden, die 34. Ausgabe abzusagen. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Organisatoren die 33. Ausgabe zuerst in den Herbst als reduzierte Bonsai-Version verschoben, um sie dann doch ganz absagen zu müssen.

In diesen Tagen, einen Monat vor dem zehntägigen Anlass zwischen 28. April und 8. Mai, würde es so richtig losgehen: Die Helferinnen und Helfer müssten aufgeboten, das Werbematerial produziert, die Fahnen aufgehängt und die Litfasssäulen beklebt werden. «Jetzt würden die Vorarbeiten starten», sagt Spielmann. Um keine unnötigen Kosten zu verursachen, habe man bereits abgesagt. Bis vor kurzem hiess es noch, man wolle erst nach Ostern entscheiden, ob die diesjährige Ausgabe des Satire-Festivals wirklich ausgetragen werde.

Zwei Anlässe des geplanten Programms wollen die Organisatoren trotz der Pandemie durchziehen, einfach ohne Publikum: Den diesjährigen Prix Cornichon wird der deutsche Kabarettist, Autor und Musiker Andreas Rebers erhalten. Die Preisübergabe soll wie geplant am 28. April mit dem Geehrten in der Schützi stattfinden und via Livestream übertragen werden. Auch die Turmrede der Oltner Slampoetin Lisa Christ soll am 1. Mai über die Bühne gehen, auch diese via Videoübertragung und möglichst ohne Publikum auf dem Ildefonsplatz in der Altstadt. Zudem möchten die Organisatoren kommenden Herbst, voraussichtlich im Oktober und November, einzelne Veranstaltungen aus dem Programmschwerpunkt 50 Jahre Frauenstimmrecht nachholen. Ferner ist Anfang Dezember eine Einzelveranstaltung mit dem deutschen Kabarettisten Gerhard Polt geplant, die noch aus dem letztjährigen Programm stammt, und bereits ausverkauft ist.

Den Künstlern trotz Absage eine Entschädigung bezahlt

Finanziell ist der gleichnamige Verein im vergangenen Jahr mit einem blauen Auge davongekommen. «Wir haben mit den beiden Absagen rechtzeitig die Notbremse gezogen», sagt Spielmann. Man habe zudem Ausfallentschädigungen erhalten, aber auch die gesprochenen Gelder des Kantons und der Stadt Olten seien geflossen. Nicht zuletzt hätten ihnen die Sponsoren und die Mitglieder die Treue gehalten. Aus diesem Grund konnten die Oltner Kabarett-Tage den Künstlerinnen und Künstlern, die wegen der Absage im vergangenen Jahr nicht aufgetreten sind, eine Entschädigung zahlen.