Es ist, als lösche ein kulinarischer Leuchtturm das Licht und die Welt werde eine bisschen dunkler. Das Gastgeberpaar des «Lampart’s», Anni und Reto Lampart, brechen zu neuen beruflichen Ufern auf und verlassen ihr Gourmet-Restaurant in Hägendorf. Noch bis Ende 2019 verwöhnen die Vollblut-Gastronomen ihre Gäste im Gourmet-Restaurant im Mittelland. «Danach wagen wir einen Neuanfang an einer anderen Wirkungsstätte», so Reto Lampart auf Anfrage dieser Zeitung.

«Natürlich ist ein solcher Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge verbunden», sagt der 50-Jährige. «Aber nach fast 20 Jahren fanden wir’s an der Zeit, zu neuen Ufern aufzubrechen.» Natürlich sei man so etwas wie ein Leuchtturm im Mittelland gewesen. Aber jetzt sei die Lust auf etwas anderes, Neues erwacht. «Wo und in welcher Form wir wieder aktiv werden, steht noch nicht fest», so der Gastronom weiter.

Sterne und Punkte

Seit 2004 hält das Lokal ununterbrochen zwei Michelin-Sterne; vom Gastroführer Gault Millau gibt es seit 2007 jährlich 17 Punkte, wie die entsprechende Pressemitteilung aus dem Hauses Lampart’s verrät. Anni und Reto Lampart übernahmen im Juli 2000 als Pächter die Geschicke des Restaurants, das sie gemeinsam mit ihrem Team von ambitionierten Koch- und Serviceprofis seither immer weiter vorangetrieben haben. Seit Jahren ist das Lampart’s mit seinen hohen Gastroführer-Auszeichnungen das höchstdotierte Restaurant im ganzen Mittelland. Jetzt sei die Zeit für das Gastgeberpaar gekommen, neue berufliche Wege zu gehen. Zudem läuft der Pachtvertrag per Ende Dezember 2019 aus, was «ein weiterer Anstoss dafür ist, in Hägendorf auf dem Höhepunkt aufzuhören», so Reto Lampart. «Wir sind sehr glücklich darüber, was wir in den letzten zwei Jahrzehnten hier erreichen durften. Unser Dank gebührt schon jetzt unseren grossartigen Mitarbeitenden und unseren treuen Gästen und Kunden, ohne die wir mit dem Lampart’s heute nicht an diesem Punkt wären», betont Anni Lampart.
Und natürlich würde sich das Paar freuen, wenn das Lampart’s in aktuellen Sinn und Geist weitergeführt werden kann.» Ob und in welcher Form die Räumlichkeiten ab Januar 2020 als Restaurationsbetrieb weitergeführt werden, liegt derzeit in der Prüfung des Vermieters», lässt sich in der gestrigen Medienmitteilung nachlesen. Die Zukunft der Liegenschaft ist also noch ungewiss.

Städtisches Umfeld im Auge

Nach der passenden Wirkungsstätte und interessanten Projekten halten Anni und Reto Lampart derzeit noch Ausschau; ein städtisches Umfeld würde die beiden besonders reizen. «Wir sind sehr offen, auch konzeptionell. Aber immer werden wir unseren hohen Qualitätsstandards treu bleiben und beste saisonale, marktfrische und wann immer möglich regionale Produkte ins Zentrum stellen», verrät Reto Lampart. «Unsere Gäste wissen, dass wir Gastronomie leben», sagt Reto Lampart zum Schluss. Und auch am neuen Ort will das Gastro-Ehepaar innovativ bleiben, wie Reto Lampart zum Schluss erklärt.