So viele Kunstschaffende wie in diesem Jahr haben sich schon lange nicht mehr für die Jahresausstellung der Solothurner Künstlerinnen und Künstler angemeldet. 189 Künstler oder Künstlerkollektive haben insgesamt 679 Werke eingereicht, und das, obwohl in diesem Jahr der 10. Stock des Oltner Stadthauses nicht wie sonst üblich für die Ausstellung zur Verfügung stand.

So sind jetzt alle von der dreiköpfigen Jury (Gabriele Bono, Kunstverein Olten, Präsidentin; Ursula Palla, bildende Künstlerin, Zürich, und Raffael Dörig, Leiter Kunsthaus Langenthal) ausgewählten Arbeiten in den Räumen des Oltner Kunstmuseums zu bestaunen. Die beiden Verantwortlichen des Museums, Dorothee Messmer und Katja Herlach, kuratierten die Schau und haben mit der Positionierung der unterschiedlichen Arbeiten eine Wohlfühl-Ausstellung geschaffen.

Es ist ein besonders abwechslungsreiches Spektrum an Werken, aber auch an Künstlern zu entdecken. Die älteste Teilnehmerin ist die heute 87-jährige Elsie Wyss. Sie zeigt ein kleines Modell einer Rauminstallation, welches sie auch gerne real ausführen möchte. Der jüngste der Teilnehmer ist der 1988 geborene Jan Hostettler. Er hat mit der Rauminstallation «Run Out» das Treppenhaus zum 1. Stock sehr gewinnbringend gestaltet. Es sind – wie in jedem Jahr – viele bekannte Namen zu finden, deren Arbeiten unverkennbar sind, auch wenn sie Neues geschaffen haben: Franz Anatol Wyss, Otto Lehmann, Anna-Tina Graf, Susan Hodel, Pat Noser, Fritz Breiter, Max Hari, Marcel Peltier oder Germann & Lorenzi.

Doch auch einige Unbekannte, deren Entdeckung eigentlich den Reiz der Jahresausstellung ausmacht. Zum Beispiel ein Bruno Streich mit seinem riesigen Satelliten, der zum Markenzeichen der Ausstellung werden wird, oder ein Nico Müller, der Schwarz-Weiss-Fotografien zeigt, die man nicht vergisst. Es dominieren die Themen Verortung oder die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie. «Ein stark komprimiertes, aber vitales Abbild der Eingaben, deren Reichtum an Bildsprache und Themen die Jury beeindruckte», heisst es im Jurybericht.

Barbara Meyer Cesta erhielt den Preis der Rentsch-Stiftung im Wert von 6000 Franken.

Bis 26. Januar. Öffnungszeiten: Di–Fr, 14–17 Uhr; Do, 14–19 Uhr; Sa/So, 10–17 Uhr.