Hägendorf

Kreisschule Untergäu feuert Lehrer wegen anzüglichen Bemerkungen fristlos

Kreisschule Untergäu in Hägendorf

Kreisschule Untergäu in Hägendorf

In Hägendorf bei Olten ist gestern eine Lehrer-Stellvertretung wegen zweideutigen Bemerkungen gegenüber Schülerinnen entlassen worden. Die Schule wurde erst darauf aufmerksam, als ein besorgter Vater entzürnt ins Klassenzimmer rannte.

In Hägendorf ist gestern ein Oberstufenlehrer aus dem Kanton Luzern fristlos entlassen worden, weil er offenbar schlüpfrige Bemerkungen gegenüber Schülerinnen machte. Die Schule bestätigt eine Meldung des Aargauer Lokalradios «Argovia» von heute Morgen.

Vater stürmt Schule

Eine skurrile Szene passierte gestern Nachmittag an der Kreisschule im 5000-Seelen-Dorf nahe bei Olten, wie Schulleiter Michael Tschanz gegenüber az sagt. So sei ein Mann entzürnt ins Zimmer einer Klasse gestürmt und will den Lehrer zur Rede stellen. Auch Schulleiter Michael Tschanz wird auf den Vorfall aufmerksam und geht ebenfalls zum betroffenen Schulzimmer.

Dort trifft Tschanz auf den Vater einer Schülerin, der eine Sache direkt vor der Klasse zu klären habe. Der Schulleiter konnte den Vater bewegen, die Geschehnisse vor dem Zimmer zu klären. Dieser erörterte danach, dass der Oberstufenlehrer, ein Stellvertreter für eine verletzte Lehrperson, offenbar zweideutige Bemerkungen gegenüber einigen Schülerinnen der Klasse machte.

Verdacht erhärtete sich

Schulleiter Tschanz suchte in der Folge das Gespräch mit den betroffenen Personen. Die Schülerinnen bestätigten, dass es zu schlüpfrigen Bemerkungen der Stellvertreterperson kam, «die sich für einen Pädagogen nicht gehören», wie Tschanz festhält. Im Detail ging es um verbale Anzüglichkeiten. Er machte den minderjährigen Schülerinnen Komplimente zum tollen Aussehen oder zum Körper. Später gab auch die betroffene Lehrperson zu, einen Grossteil dieser Aussagen gemacht zu haben. Der Schulleiter stellte den Lehrer unverzüglich frei.

Dass der Lehrer überhaupt angestellt wurde, lässt sich gemäss Tschanz relativ einfach erklären. «Die normale Lehrperson verletzte sich und konnte keinen Unterricht mehr geben.» Er musste dann schnellstmöglich eine Vertretung finden. Der nun freigestellte Lehrer war die einzige Person, welche sich meldete.

Die betroffene Klasse hat heute den ganzen Tag frei. Der Unterricht wird ab morgen wieder teilweise aufgenommen. Eine Stellvertreterin wird ab nächster Woche dann einen Grossteil der Unterrichts bis zu den Weihnachtsferien übernehmen.  (san)

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