Olten
Kreationen prämiert: Oltner wählen die Fasnachtsplakette

Sie ist sowas wie das künstlerische Kleinod einer Fasnacht und damit eigentliches Aushängeschild: die Fasnachtsplakette nämlich. Im Stadthausfoyer Olten wurden die Kreationen prämiert.

Urs Amacher
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Die Erstplatzierten von links Christof Schelbert, Cathrin Zysset und Frank Schmohl, dazwischen Fuko-Rat Raffi Sutter
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Kreation Christof Schelbert: 1 .Rang
Kreation Cathrin Zysset: 2. Rang
Kreation Frank Schmohl: 3. Rang
Plakette für Oltner Fasnacht

Die Erstplatzierten von links Christof Schelbert, Cathrin Zysset und Frank Schmohl, dazwischen Fuko-Rat Raffi Sutter

Urs Amacher

An der Oltner Fasnacht 2014 wird an allen Mantelkragen die Plakette von Christof Schelbert (Olten) prangen. Das Mitglied der Trimbacher Bazille-Zunft belegte auch dieses Jahr den ersten Rang unter den Créateuren der Fasnachts-Plakette.

Auf die weiteren Podestplätze schafften es Cathrin Zysset (Olten) und Frank Schmohl (Weil am Rhein, D). Zudem sprach die Wettbewerbsjury dem von Marc Aebersold eingereichten Entwurf einen Spezialpreis zu.

«Aber mir Fasnächtler wey nid spaare»

Der elfköpfige Oltner FUKO-Rat, der als Jury amtete, hatte für den Jahrgang 2014 insgesamt 44 Entwürfe zu begutachten, sechs mehr als im letzten Jahr. «D’Stadt muess spaare», kommentierte Plaketten-Chef Raphael «Raffi» Sutter in seiner launigen Vernissagerede die aktuelle Lage. «Aber mir Fasnächtler wey nid spaare, weder an träfem Humor, deftigen Schnitzelbänken und Laternenversen noch mit fetzigem Sound.» Auch die Gestalterinnen und Gestalter der Eingaben für die Fasnachtsplakette hätten offensichtlich nicht gespart, fügte Sutter an.

Siebenundzwanzig Créateure und Créatricen hatten sich mit ihren kreativen Ideen am diesjährigen Wettbewerb beteiligt. Wie schon im letzten Winter wird der Entwurf von Christof Schelbert realisiert. Er schwang obenaus mit seinem kompakten Arrangement der fünf gestalterischen Elemente, welche zwingend auf der Plakette untergebracht werden müssen: Es sind dies der Oltner Stadtturm, die drei Tannen und die zwei Worte FUKO und Olten sowie die Jahreszahl, heuer also 2014.

Drittplatzierter gewinnt dafür anderswo

Ins Auge springt bei Schelbert die Trommel, deren Fell wie ein Sardinenbüchsendeckel aufgerollt ist. In der Trommel wiederum, die man auch als Bütti sehen kann, drängen sich (auf die «enge» Finanzlage Oltens anspielend) die fasnächtlichen Figuren. Damit stellt die Bazillenzunft nicht nur den Obernaar Rolf dr 3., sondern auch den Créateur. Ebenfalls wie im letzten Jahr holte heuer Cathrin Zysset von den Rätschwiibern die Silbermedaille. Die gelernte Schneiderin und Modeentwerferin ist vom Fasnachtsbazillus infiziert; sie war im Fuko-Rat, 2005 Obernärrin und erreichte bisher vier Mal den ersten Platz im Plakettenwettbewerb, zuletzt 2010 und 2011. Ihr diesjähriges Sujets zeigt eine Piccolopfeiferin, welcher der Oltner Stadtturm als Lügennase aus dem Gesicht wächst.

Den dritten Rang erreichte Frank Schmohl aus Weil am Rhein. Seinen Entwurf stellte er unter das Motto «numme Fasnacht im Chopf». Schmohl zeichnete eine Fasnachtslarve, der ein Tambourenschlegel quer im Kopf steckt und welcher eine Waggis-Gugge aus dem Hut platzt. Der aus dem Markgräfler Land stammende Schmohl übt im zivilen Leben der Beruf eines Buchhalters aus. Das Gestalten von Fasnachtsplaketten ist seit 2009 sein Hobby. «Kreative Buchhalter sind gefährlich», sagte er selber; deshalb lebe er seine Kreativität lieber in der Freizeit aus. In Olten nahm er bisher drei Mal teil. Dass es nicht zum Sieg reichte, nahm er sportlich. Immerhin werden 2014 seine Entwürfe an sieben Orten umgesetzt. So räumte er mit seinen Fasnachtsplaketten beispielsweise in Biel, Liestal und Laufen ab.

Spezialpreis für Originelle Idee

Der Fuko-Rat vergab überdies einen Spezialpreis an den Créateur Marcus Aebersold (Olten). Sein Entwurf sprengte den Rahmen durch die originelle Idee, der Plakette die Form von Puzzleteilen zu geben. Allerdings, so bedauerte Plakettenscheff Raffi Sutter, sei Aebersolds Vorschlag mit vertretbarem Aufwand kaum umsetzbar.

Auch unter den nicht-prämierten Sujets fanden sich aufsehenerregende Entwürfe. So packte und verschnürte Christof «Christo» Schelbert gleich die ganze Stadt Olten in ein Sparpaket, oder zwei Fasnächtler setzten an eine der drei Tannen die (Spar-)Säge an. Nicht in die Endauswahl kam auch der Vorschlag von Kurt Müller, währen den närrischen Tagen den EURO durch eine FUKO-Münze zu ersetzen. Man braucht also nicht zu fürchten , dass die «Naaren» mit Spott über die Oltner Finanzlage sparen werden.