Vor einer Woche wurde die neue Raiffeisen-Arena offiziell eingeweiht. Als erster Verein durfte die Musikgesellschaft Hägendorf-Rickenbach die grosszügig konzipierte Halle für ihr alljährliches Hauptkonzert benützen.

Trotz des grossen Publikumsaufmarsches gab es keine Platzprobleme, ist man doch ab sofort in Hägendorf für alle möglichen Veranstaltungen in jeder Beziehung bestens gewappnet. Es war aber nicht nur eine Feuertaufe für die Tauglichkeit der Vorzeigehalle, sondern auch eine Verabschiedung von Alois Kissling, der seine langjährige Tätigkeit als Dirigent mit diesem Konzert beendete.

Auftakt mit dem Jugendensemble

Zum Beginn des Programmes präsentierte sich das Jugendensemble unter der Leitung von Michael Stalder mit drei Darbietungen. Mangels Besetzung der Mittelstimmen war es gar nicht so einfach, geeignete Kompositionen zu finden, die für dieses Ensemble geeignet waren.

Doch das Handicap wurde geschickt umgangen, wobei die jugendlichen Interpreten mit genauer und sauberer Tongebung zu überzeugen vermochten. Erstmals Wärme kam in die von der Temperatur her etwas kühle Halle mit der Erfüllung des Wunsches nach einer Zugabe.

Sehr konzertant eröffnete die Musikgesellschaft Hägendorf-Rickenbach mit dem Radetzky-Marsch von Johann Strauss ihr Konzert. Das Programm sei, wie von Moderator Mischa Däppen zu vernehmen war, ganz auf den Gusto von Maestro Alois Kissling zusammengestellt worden, der zum letzten Mal am Dirigentenpult stand.

Zu Alois Kisslings Favoriten gehöre auch der Komponist Eric Ball, der im letzten Jahrhundert in England lebte. Mit dessen Fantasy «Indian Summer» konnte das grosse Spektrum nicht nur des Komponisten, sondern auch aller Interpreten hervorragend aufgezeigt werden.

Bei seiner Begrüssung durfte Hansruedi Schweizer viele Vereinsdelegationen und Behördemitglieder willkommen heissen. Er wies darauf hin, dass im Jahre 2017 zusammen mit dem Turnverein in dieser Halle ein grosser Event geplant ist.

Nochmals wurden die drei eidgenössischen Veteranen Gilbert Hodel, Philipp Hodel und Susanna Hodel wie auch Ehrenveteran Hans-Jürgen Steiniker geehrt.

Abschied eindrücklich inszeniert

Unter Standing Ovation wurde Dirigent Alois Kissling verabschiedet.

Unter Standing Ovation wurde Dirigent Alois Kissling verabschiedet.

Musikalisch wurde das Programm mit der Polka «Böhmischer Traum» fortgesetzt. In der Hitparade der Marschmusik wäre «Marsch der Medici» wohl in den Top Ten.

Diesen immer wieder beeindruckenden Marsch hat der Komponist Johan Wichers nicht etwa dem alten italienischen Adelsgeschlecht der Medici gewidmet, sondern den Ärzten oder Medizinern in Dankbarkeit für ihr Wirken. Die Vorstellung des Komponisten wurde in Hägendorf bestens umgesetzt.

Nach der Pause sprang mit der Aufführung von «Stelldichein in Oberkrain» von Slavko Avsenik der Funke schnell aufs Publikum über. Ins Programm eingebaut wurde eine eindrücklich inszenierte Verabschiedung von Alois Kissling.

In dieser Hommage hob Michael Stalder die grossen Verdienste des scheidenden Dirigenten nochmals hervor und würdigte diese. Bekannte Musiker, Komponisten und Dirigenten haben Alois Kisslings Schule durchlaufen wie Thomas Trachsel, Christoph Bangerter und viele andere.

Als Initiant, Leiter und Organisator unzähliger Jugendmusiklager hat er sich ebenfalls grosse Verdienste erworben. Sein Motto war «Lebensfreude – Freude an der Musik».

Diese Lebensfreude kam ganz klar mit «Elvis Selektion No. 1» in einem Arrangement von Willy Hautvast zum Ausdruck, bekannte sich doch Alois Kissling als grosser Elvis-Fan.

Ein erstes Mal bedankte sich das Publikum mit einer Standing Ovation. Und die Musikgesellschaft Hägendorf-Rickenbach ihrerseits mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an den scheidenden Dirigenten.

Zuhörer wollten mehr

Ein weiterer Höhepunkt im Konzertprogramm war «My Way» mit den Solisten Michael Stalder (Trompete), Simon Glaus und Sandra Hodel (Saxophon). Auch «Marsch-Konfetti», arrangiert von Xaver Lecheler, ein Zusammenschnitt bekannter und beliebter Märsche, fand riesigen Beifall.

Auch nach «Auf der Vogelwiese» gab sich die Zuhörerschaft nicht zufrieden und verlangte nach Zugaben. Diese wurden nicht vorenthalten, einerseits mit dem «Rickenbacher Marsch», einer Eigenkomposition des Dirigenten, und auch der «Fuchsgraben-Polka».