Derzeit liegt er im siebten Stock des Stadthauses öffentlich auf; noch bis zum Ende dieses Monats: Der erweiterte spezielle Bebauungsplan «Chorherrenhäuser». Wem dies nichts sagt: Der Plan beinhaltet im Wesentlichen den Ausbau des Bekleidungsgeschäfts Bernheim und ist, nach dem Mitwirkungsverfahren, im Sinne der Mitwirkenden geändert worden.

Aus dem Verfahren wurde vor allen Dingen eine Klage laut: der Bauabstand. Die Fotografin Selina Fischer, wohnhaft an der Mühlegasse 10, etwa hatte moniert, die Baute, weil ihrem Empfinden entsprechend zu nahe platziert, würde ihr Licht rauben und das Arbeiten in ihrem Beruf beeinträchtigen.

Etwas abgerückt

Speziell diesem Anliegen ist die Bauherrschaft jetzt entgegengekommen, wie das Planwerk ausweist. Die Gebäudeabstände im fraglichen Bereich wurden um mehrere Meter vergrössert. Selina Fischer wollte sich zur neuen Ausgangslage aber nicht äussern.

Ebenfalls nicht einverstanden mit Grösse und Nähe der Überbauung südlich der Chorherrenhäuser war Sabrina Pagnetti, genau so wie Fischer Stockwerkeigentümer in der Liegenschaft Mühlegasse 10. «So wie das jetzt geplant ist, können wir uns nicht einverstanden erklären», hatte sie bei einem Termin zum Mitwirkungsverfahren im August letzten Jahres noch gesagt. «Wir hätten dann ein unverhältnismässig grosses Gebäude vor unserem Haus.»

Und heute? «Ich hab den Eindruck, dass wir mit unserem Anliegen ernst genommen und viele unserer Anliegen berücksichtigt wurden», lautet ihr aktuelles Fazit. Zwar habe sie von der aktuellen Planauflage noch keine Kenntnis genommen, aber sie gehe davon aus, dass das Projekt «für uns so stimmt», wie sie meint.

Abschliessend aber fügt sie hinzu, ein definitiver Entscheid über Einsprache oder nicht sei noch nicht gefallen. Noch steht also offen, ob dem Projekt Opposition erwächst; aber die Zeichen deuten eher auf Entspannung hin.

Damen- und Herrenladen vereinen

Wie Bauherr Alain Bernheim die Situation jetzt einschätzt, bleibt offen. Der Unternehmer weilt in den Ferien und war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Als Gründe für die Erweiterung nannte er im Juli gegenüber dieser Zeitung betriebliche.

Er will demnach Herren- und Damenmode künftig unter einem Dach vereinen. Zudem solle im Laden für Erlebnisse gesorgt werden können: Unter anderem erreicht durch einen gewissen Branchenmix. Bernheim dachte damals etwa auch an die Einrichtung eines Cafés.