Mitgliederschwund
Kocht die Oltner Zauberlaterne bald auf Sparflamme?

Dem Verein machen Mitgliederschwund und insbesondere der Absprung des Sponsors Alpiq zu schaffen. Trotzdem gibt es Lichtblicke: So nimmt die Zauberlaterne etwa am Ferienpass 2014 teil.

Anja Lanter
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Die Zauberlaterne sorgt dafür, dass für Kinder neunmal pro Jahr Filme über die Leinwand flimmern.al

Die Zauberlaterne sorgt dafür, dass für Kinder neunmal pro Jahr Filme über die Leinwand flimmern.al

Anja Lanter

Die Saison 2013/2014 der Zauberlaterne ist in vollem Gang: Seit September flimmerten bereits fünf von neun Streifen über die Leinwand des Youcinema4 in Olten. Doch das Licht der Zauberlaterne ist nicht mehr so hell, wie auch schon: «Ein markanter Mitgliederschwund macht leider auch vor uns nicht halt», sagt Silvia Guldimann, Präsidentin dieses Filmklubs für Kinder. Deshalb sei man zurzeit mit der Analyse des Phänomens beschäftigt, schiebt sie nach.

Doch etwas hat sich bereits jetzt herauskristallisiert: «Mit dem Konzept des gleichnamigen Dachverbands sind wir nicht mehr unbedingt zufrieden.» Guldimann bemängelt etwa, dass der Oltner Verein alle sechs Jahre dieselben Filme erhalte. Obwohl die Kinder aus dem Zauberlaterne-Alter rauswachsen und jüngere nachkommen, bleibe die Abwechslung natürlich – zumindest teilweise – auf der Strecke.

Unglücklich ist sie ferner über die stummen Schwarz-Weiss-Filme, welche nun schon seit drei Jahren jeweils zum Saisonstart laufen würden. Sie begrüsse generell das Zeigen solcher Streifen, aber: «Als Zugpferd zum Saisonstart eignen sie sich mit Sicherheit nicht.» Das dreiköpfige Oltner Team kann das Konzept trotz der Missstände nicht einfach über den Haufen werfen – die Einbindung in den Dachverband lässt grüssen. Die Präsidentin kritisiert denn auch diese geringe Eigenkompetenz des hiesigen Vereins.

Abhängigkeiten sind auch woanders vorhanden: Mitgliederanwerbung geschieht hauptsächlich mit Broschüren, die auf Saisonbeginn an regionale Schulen verteilt werden. «Ab diesem Zeitpunkt liegt die Werbung nicht mehr in unserer Hand, sondern bei Schulleitern und Lehrern», so Guldimann zu einem Haken dieser Strategie. Alternativen dazu fehlen jedoch: Es sei kaum möglich, persönlich in die Klassen zu gehen. Zudem liege ein Direktversand der Broschüren an die Kinder per Post finanziell nicht drin.

Austausch trägt Früchte

Mit der Mitgliederproblematik steht der Oltner Ableger definitiv nicht alleine da; ein für alle Klubs organisierter Workshop im Februar nahm sich deswegen auch dieses Themas an. «Dort konnten wir Tipps und Erfahrungen austauschen», schildert Guldimann. Für den Oltner Verein war das Treffen jedenfalls inspirierend. Nach Vorbild eines anderen Zauberlaterne-Klubs plane man jetzt die Lancierung eines Sticker-Büchleins, das den Kindern als Film-Tagebuch dienen soll.

Gespräche tragen auch sonst Früchte: «Im 2013 kam ich mit Cornelia Kaeser vom Ferienpass Region Olten ins Gespräch.» Mit dem Resultat, dass die Zauberlaterne mit einer Sondervorstellung am Ferienpass 2014 teilnimmt, berichtet Guldimann erfreut. «Damit besteht die Möglichkeit, bekannter zu werden und Kinder direkt zu kontaktieren.»

Finanziell läufts nicht rund

Viele Probleme des Vereins sind allerdings finanzieller Natur. «Seit letzter Woche ist bekannt, dass wir die Alpiq als einen unserer Hauptsponsoren auf kommende Saison verlieren», bedauert sie. Dabei seien Unterstützungsgelder für den Verein existenziell – insbesondere auch der von der Stadt Olten ausgesprochene Vereinsbeitrag von 5000 Franken pro Saison. Diese Summe ist zumindest für die laufende Ausgabe gesichert: «Da das Budget 2014 angenommen wurde, können wir mit diesem Betrag rechnen.» Trotzdem müsse man aufgrund der künftigen Alpiq-Ausfälle auf Sponsorensuche gehen.

Kürzt die Stadt für nächste Saison ihren Beitrag, würde sich die finanzielle Lage der Zauberlaterne weiter verschärfen. «Können wir die jetzigen und künftigen Ausfälle nicht mit anderen Beiträgen decken, müssen wir bald mit der ganzen Sache aufhören.» Die Durchführung der Zauberlaterne 2014/2015 aber sei auf alle Fälle gesichert, kann sie vorerst Entwarnung geben. Gute Gründe für die Weiterführung sieht die Präsidentin einige: «Der Verein bietet den Kindern ein Erlebnis und schult sie gleichzeitig im Umgang mit dem Medium Film.» Die Zauberlaterne kocht also (noch) nicht auf Sparflamme.