Nächstes Jahr feiert der Zirkus Knie seinen 100. Geburtstag. Für das Jubiläum konnten die Verantwortlichen das frühere SRF-Satirikerduo Giacobbo/Müller verpflichten. Sie werden damit an den Deutschschweizer Gastspielorten ihr Comeback geben, wie der Zirkus diese Woche bekannt gab. Ausgerechnet in Olten wird der Einheimische Mike Müller allerdings nicht zu sehen sein: Wie schon 2018 wird der Nationalzirkus auch 2019 nicht in der Schützi auftauchen. Dies verrät der neue Tourneeplan.

Der Grund für das erneute Fernbleiben ist der gleiche wie letztes Jahr. Weil der Zirkus seit dieser Saison eine neue Zeltkonstruktion hat, gibt es auf dem Schützi-Areal zuwenig Platz. Die neue Konstruktion hat dieses Jahr einen Rundbogen, nächstes Jahr sogar deren zwei. So sind innerhalb des Zelts keine Masten mehr nötig und die Sicht auf die Manege ist für alle Zuschauer frei.

Baum müsste gefällt werden

Anfang Jahr versicherte Mediensprecherin Silja Hänggi gegenüber dieser Zeitung noch, dass der Zirkus Knie nur 2018 ausbleibt. Nun kommt auch 2019 dazu. Was heisst das für die Zukunft? Hänggi: «Wie die Situation ab 2020 aussieht, ist noch offen.» Man werde die Sache neu beurteilen. Die Sprecherin warnt aber vor voreiligen Schlüssen: «Das bedeutet nicht, dass wir nie mehr nach Olten kommen.»

Bereits letztes Jahr hat die Stadtverwaltung dem Zirkus mit Olten SüdWest einen Alternativstandort angeboten. Das Problem: Weil 2018 und voraussichtlich auch 2019 ein Teil des Geländes mit «Sektor 1» von Karl’s kühne Gassenschau belegt ist, hätte der Zirkus auf den provisorischen Parkplatz des Freilichtspektakels ausweichen müssen. Das passte den Knie-Verantwortlichen anscheinend nicht.

Auf dem Schützi-Areal müsste gemäss Franco Giori ein Baum gefällt werden, damit die neue Zeltkonstruktion Platz hat. Der Leiter der Abteilung Ordnung und Sicherheit schliesst nicht aus, dem Zirkus in dieser Hinsicht entgegenzukommen. Die Knie-Verantwortlichen haben allerdings vor der Absage keinen Kontakt mehr mit der Stadtverwaltung aufgenommen: «Uns wurde vor zwei Wochen einfach in einem Schreiben mitgeteilt, dass der Zirkus auch 2019 ohne Olten plant», sagt Giori, der über das Vorgehen enttäuscht ist.

Das Gastspiel wäre unter der Woche am 2. und 3. Juli 2019 geplant gewesen. Für das Jahr 2020 gibt es bei der Stadt keine Reservation. Der Nationalzirkus, der bisher jährlich ein Gastspiel in der Schützi gegeben hat, besass bei der Planung in der Stadtverwaltung einen Sonderstatus. «Neben Knie liessen wir im selben Jahr nur einen weiteren grösseren Zirkus zu», sagt Giori.

Wer kommt 2019 nach Olten?

Das könnte sich allerdings nun ändern. Der Zirkus Royal, der in diesem März in Olten war, plant auch im nächsten Jahr ein Gastspiel. «Wir sind derzeit daran, einen neuen Termin mit der Stadtverwaltung zu vereinbaren», sagt Mediensprecher Reto Hütter. Der Mai, in dem die Vorstellungen bisher geplant sind, sei ein schwieriger Monat, weil es die erste warme Zeit im Jahre sei und die Leute schon das Baden im Kopf hätten.

Auch beim Zirkus Nock, der 2016 und 2017 zu Gast in der Schützi war, 2018 aber auslässt, steht Olten im Tourneeplan 2019 «auf unserer Liste», wie die Medienabteilung auf Anfrage schreibt. Derzeit sei aber nicht definitiv, «zu welchem Zeitpunkt wir in Olten gastieren».

Kein Thema ist die Stadt hingegen für den Zirkus Monti. «Ich will Olten für 2019 nicht kategorisch ausschliessen», sagt Medienverantwortlicher Stefan Gfeller. Voraussetzung sei allerdings, dass «wir in der Stadt jedes Jahr ein Gastspiel geben können». Zudem würde Monti für Olten nicht die beiden traditionellen Standorte in den Nachbarstädten Solothurn und Aarau aufgeben. In den letzten 15 Jahren ist der Zirkus laut Gfeller allerdings nicht mehr in Olten gewesen, letztmals in der Region war dieser im Mai 2014 in Starrkirch-Wil.

In Olten definitiv keinen Termin für 2019 geplant hat das Tournee-Theater «Das Zelt». Bisher 2014 und 2016 in der Stadt präsent, will Direktor Adrian Steiner für 2020 nichts ausschliessen. Er sagt aber auch: «Die Schützi ist zentral gelegen, allerdings nicht der billigste Platz, weil die Stadtverwaltung uns auch die ausgefallenen Einnahmen der Parkplatzgebühren weiterverrechnet.»