17 Personen, davon elf Artisten, sind in diesem Jahr seit Mitte Juni noch bis 18. September an 14 Aufführungsorten von Zürich bis St. Ursanne unterwegs. Der kleine Zirkus Chnopf als sparten- und generationenübergreifendes Projekt, seit 1990 innovatives Freilichtspektakel mit Jugendlichen und professionellen Theaterschaffenden, bietet vielen Jungen die Möglichkeit, erste künstlerische Erfahrungen zu machen.

In all den Jahren bot der kleine Zirkus vielen jungen Talenten die Möglichkeit, Grundlagen für eine professionelle künstlerische Tätigkeit zu lernen, um sich danach für eine Schauspiel-, Tanz-, Artistik- oder auch Musikhochschule im In- und Ausland zu bewerben.

Wer sich unter Zirkus Chnopf allerdings grosse und wilde Tiere und auch ein klassisches Zirkuszelt vorstellt, wird sein Zirkusbild umbauen müssen. Zirkus Chnopf hat keinerlei Tiere und gastiert fünf Monate mit seiner einfachen Bühne und schlichten Holzbänken für die Besucher direkt unter freiem Himmel. Gleichwohl bietet er Stepptanz und Artistik am Seil, Akrobatik, Jonglage und zirzensisches Theater, welches das Publikum Schlag auf Schlag in seinen Bann zu ziehen vermag.

Für die in Glashütten aufgewachsene Regula Maurer, die in Olten die kaufmännische Lehre absolvierte und bereits in zweiter Saison mit dem Zirkus Chnopf als Produktionsleiterin unterwegs ist, ist es eine bereichernde und berührende Show: nicht dramatisch, aber mit viel Spiel und überraschenden Einfällen, eher wenig Text.

Das diesjährige Stück «du da da ich» zeigt ein Kollektiv von Artisten, Musikern und Schauspielern, welche die Lust am Gegenüber, am Rollentausch, am Übertreten der Grenzen zwischen «du» und «ich» erforschen. Das Konzept dazu entstand im letzten Jahr unter dem Eindruck der Flüchtlingsbewegungen in Europa.

Infiziert vom Zirkusvirus

Regula Maurer ist infiziert vom Zirkusvirus und könnte sich derzeit auch eine dritte Saison mit der kleinen fahrenden Zirkustruppe vorstellen. Dabei ist ihr Leben als Produktionsleiterin durchaus vielfältig und schon mal hektisch. In ihrem fahrenden Büro, das im hinteren Teil zugleich auch ihr kleines Zuhause ist, arbeitet sie gleichermassen als Personalverantwortliche wie auch für die Buchhaltung des Zirkus, schaut zur Post, Werbung, Bewilligungen und organisiert die Tourneeplanung.

Und bei Bedarf wird auch schon mal ein Schlauch verlegt oder in der Zirkusbar ausgeholfen. Umso mehr freut es sie, wenn der Aufwand dieser Saison von Erfolg gekrönt ist. Es laufe super. Der Zirkus Chnopf könne Rekordbesucherzahlen vermelden, auf der Bühne wie auf der Strasse laufe es unfallfrei und bisher hätte erst eine von 39 Vorstellungen seit Mitte Juni abgesagt werden müssen...