Kunstmuseum Olten

Klaviatur der Farben in Geschenkpapier

Stadtpräsident Martin Wey, Roman Candio und Kuratorin Katja Herlach (vl.) vor einem der geschenkten Werke, dem Acrylbild «Frühling» aus den Jahren 1986/87.

Stadtpräsident Martin Wey, Roman Candio und Kuratorin Katja Herlach (vl.) vor einem der geschenkten Werke, dem Acrylbild «Frühling» aus den Jahren 1986/87.

Das Kunstmuseum erhält umfassende Werkgruppe des Künstlers Roman Candio überreicht.

Das Kunstmuseum Olten durfte am Donnerstag dreissig Bilder des in Solothurn lebenden Künstlers Roman Candio als Geschenk entgegennehmen. Damit erhält die Stadt Olten eine Werkgruppe, die das künstlerische Schaffen Candios der letzten fünfzig Jahre anschaulich dokumentiert.

Angekündigt gewesen war ein «Hingeschaut Spezial», das heisst eine Führung durch die aktuelle Ausstellung mit dem beteiligten Künstler Roman Candio. Es wurde aber mehr, nämlich eine Übergabefeier im kleinen Rahmen. Gewissermassen als umgekehrtes Geburtstagsgeschenk.

Roman Candio kam am 22. Januar 1935 in Murgenthal zur Welt und übergab Martin Wey namens der Stadt Olten und Ausstellungskuratorin Katja Herlach namens des Kunstmuseums offiziell die geschenkten dreissig Bilder. In einen symbolischen Akt entfernte Herlach beim Bild Nummer 1 das Beschriftungstäfelchen mit dem Text «Leihgabe des Künstlers» durch eines mit dem Vermerk «Geschenk des Künstlers 2017».

Vibrierende Farbe…

Parallel zur laufenden Ausstellung «Ferdinand Gehr» ist noch bis zum 26. Februar im dritten Stock des Oltner Kunstmuseums die Sammlungspräsentation «Vibrierende Farbe, atmende Form» zu sehen. Dort bilden Werke Candios, die sich bereits im Besitz des Kunstmuseums befinden und Leihgaben des Künstlers einen besonderen Schwerpunkt. Candio war mit Ferdinand Gehr befreundet und half bereits in jungen Jahren dem Kirchenmaler bei der Ausführung grosser Wandgemälde.

Unter anderem stand er bei der A-fresco-Malerei in der Oltner Marienkirche gemeinsam mit ihm auf dem Gerüst. Gehr war es auch, der den vierzig Jahre jüngeren Maler beeinflusste. «Geprägt wurde ich zuerst von Jacob Weder, meinem Zeichnungslehrer an der Sekundarschule Langenthal, der die Farbtheorie in eine Klaviatur der Farben umsetzte», berichtete Candio an der Führung. Farbe ist Energie.

Deshalb verdichtete er seine Gemälde auf wenige Farbflächen und reduzierte Formen. Candio beteiligte sich übrigens auch am Wettbewerb für den Wandschmuck des Parlamentssaals im Oltner Stadthaus 1965. Seine Entwürfe, die wie die siegreiche Eingabe von Willi Baer und das schliesslich ausgeführte Motiv von Matias Spescha dreiteilig aufgebaut ist, gelangten nun in den Besitz der Stadt Olten.

Bei Kontakten im Zusammenhang mit der laufenden Präsentation machte Roman Candio dem Kunstmuseum das Angebot, einige seiner Werke auszulesen und definitiv in die Sammlung zu übernehmen. «Wir hatten die Auswahl jedoch eigentlich bereits für die Sonderausstellung getroffen, wo wir einen repräsentativen Querschnitt durch sein Schaffen aus dem Zeitraum von 1963 und 2011 zeigen» erklärte Katja Herlach. Einzig fünf Bilder zusätzlich zu den in der Ausstellung hängenden kamen hinzu, so dass Candio dem Haus schliesslich dreissig Werke geschenkweise überliess.

Meistgesehen

Artboard 1