Olten
Klaus Kaiser ist seit 20 Jahren Chef der Oltner «Suteria» – und noch viel mehr

Seit 20 Jahren ist Klaus Kaiser Geschäftsführer der Confiserie «Suteria» in der Oltner Altstadt. Was vielen seiner Kundinnen und Kunden nicht bewusst ist: Klaus Kaiser ist viel mehr als «nur» Suteria-Chef. Nämlich ein initiativer Kopf, der als Vorstandsmitglied von Gewerbe Olten die Altstadt seit vielen Jahren mit Ideen belebt.

Irène Dietschi
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Klaus Kaiser vor dem Hausturm: Auch bei Konzerte am Turm spielt der Suteria Geschäftsführer eine Rolle.

Klaus Kaiser vor dem Hausturm: Auch bei Konzerte am Turm spielt der Suteria Geschäftsführer eine Rolle.

Bruno Kissling

«Ich bin ein Königsmacher», sagt Klaus Kaiser und schmunzelt über seinen Kalauer. Am vergangenen Freitag etwa gab es einen König, nämlich am fünften Jassturnier am Turm auf dem Ildefonsplatz. Und vor Weihnachten wird eine Jury wieder eine Oltner Guetzlikönigin küren. Auf der Bühne der Zeremonien und krönenden Höhepunkte sind meist andere zu sehen, doch hinter den Kulissen steckt häufig er: der Kaiser.

Das Leben versüssen

Seit 20 Jahren ist Klaus Kaiser Geschäftsführer der Confiserie «Suteria» an der Hauptgasse 11 in der Oltner Altstadt. In dieser Rolle sorgt der 52-Jährige dafür, das Leben seiner Kundschaft zu versüssen: Mit feinstem Backwerk wie der berühmten Solothurner Torte (die selbst in Olten beliebter ist als die Oltner Torte) oder mit Schokolade-Spezialitäten, welche die Glückshormone tanzen lassen. Alles hergestellt in Solothurn, dem Hauptsitz der Suteria.

In der Oltner Filiale sieht man den Chef häufig selber Hand anlegen, seis hinter dem Buffet oder beim Servieren: gross gewachsen, aber nie grossspurig; offen und stets freundlich, doch immer mit der gebotenen Distanz. «Ich mag es, unter den Leuten zu sein», sagt Klaus Kaiser in seiner zurückhaltenden Art, «und ausserdem erfordert es auch der Betrieb, dass ich mit anpacke.»

Was vielen seiner Kundinnen und Kunden nicht bewusst ist: Klaus Kaiser ist viel mehr als «nur» Suteria-Chef. Nämlich ein initiativer Kopf, der als Vorstandsmitglied von Gewerbe Olten die Altstadt seit vielen Jahren mit Ideen belebt, «ein Macher und Schaffer», wie ihn Chilimedia-Geschäftsführer Wolfgang Niklaus beschreibt.

Die monatlichen «Konzerte am Turm» auf dem Ildefonsplatz zum Beispiel sind Klaus Kaisers Verdienst. Gegründet hatte sie zwar seinerzeit ein anderer, nämlich der – inzwischen verstorbene – Dr. Hugo Spirig (Kreuz Apotheke, Spirig Pharma). Dieser aber hatte vor allem klassische Musik im Kopf, und nach drei Jahren hatte er genug.

Klaus Kaiser sprang in die Bresche, löste bestehende Verträge und änderte das Konzept, Jazz statt Klassik. «1998 stellten wir die erste Jazz-Matinée auf die Beine und hatten Erfolg», erzählt er, «und man hat ‹den Kaiser’ ein bisschen wahrgenommen.» Heute seien die Anlässe auf dem Ildefons-Platz nicht wegzudenken. Klein, sympathisch und allseits geschätzt.

Auch anderen Institutionen hat der Suteria-Chef seinen Stempel aufgedrückt. Guetzli-Wettbewerb und Jassturnier waren seine Ideen, ebenso der «lange Tisch» am Sonntagsverkauf.

Auch den Oltner Schriftstellerweg hat er angestossen – «wobei ich ursprünglich an einen Märchenweg dachte» –, und den Start des diesjährigen Oltner 2-Stundenlaufs hat er als neuer Präsident kurzerhand auf den Ildefonsplatz verlegt, um ihn mit Musik zu beleben. «Ja, ich liebe diesen Platz», sagt Klaus Kaiser. Er sei für ihn das Herz der Stadt.

Höchstens zwei Jahre bleiben

Dabei wollte er höchstens ein, zwei Jahre bleiben, als es ihn damals nach Olten verschlug. Kaiser stammt vom «Sattel» im Kanton Schwyz, jenem Pass, der den inneren Kantonsteil mit Ausserschwyz verbindet. Seine Mutter und die vier Geschwister leben alle in der Region. Sein früh verstorbener Vater war Landwirt, Klaus Kaiser selbst lernte Koch – währschafte Kost im Hotel Rigi-Kulm, die etwas feinere Fischküche im Hotel Zugersee, Walchwil.

Es folgten Wanderjahre in Lausanne, Crans-Montana, Davos, Luzern, ja gar New York, «das beste meiner Junggesellenjahre». Zurück in der Schweiz absolvierte er die Hotelfachschule, und eine Karriere in klassischer Gastronomie bahnte sich an.

Es sollte anders kommen: «Ich lernte meine künftige Frau kennen, die als Bankerin das Gastroleben nicht gewohnt war.» Kaiser bewarb sich für die Suteria, weil er sich davon geregeltere Arbeitszeiten versprach. Und weil es ihm gefiel, die Ehe hielt und bald zwei Kinder dazukamen, ist er geblieben.

Herausforderungen genug

Bieten ihm Café und Confiserie genügend Herausforderungen? Hätte er als «begnadeter Koch», wie ihn etwa Wolfgang Niklaus darstellt, nicht andere Möglichkeiten? Klaus Kaiser winkt ab und lacht: «Die Suteria ist eine super Marke mit tollen Produkten, die ich sehr gerne verkaufe», sagt er.

Es gefalle ihm, dass sein Geschäft nicht einfach ein Ableger des Stammsitzes in Solothurn sei, sondern ein Ort mit eigener, moderner Ambiance. Sein überschüssiges Können – so scheint es – fliesst in die Belebung der Oltner Innenstadt.

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