Olten
Kirchgasse 4 wird zum Gastrobetrieb – mögliches Warenhaus rückt in die Ferne

Die Pläne zur Umnutzung der Liegenschaft Kirchgasse 4 in Olten verraten: ein Gastrobetrieb und zwei Wohnungen stehen vor der Umsetzung. Kosten soll das ganze rund 1,5 Millionen Franken.

Urs Huber
Merken
Drucken
Teilen
Die Kirchgasse 4 wird einer neuen Nutzung zugeführt: Vögele Shoes sind ausgezogen, jetzt sollen ein Gastrobetrieb und Wohnungen das Haus beleben.

Die Kirchgasse 4 wird einer neuen Nutzung zugeführt: Vögele Shoes sind ausgezogen, jetzt sollen ein Gastrobetrieb und Wohnungen das Haus beleben.

Bruno Kissling

Noch bis zum 24. November liegen die Pläne zur Umnutzung der Liegenschaft Kirchgasse 4 im Stadthaus Olten auf.

Die Pläne verraten: ein Gastrobetrieb auf drei Etagen (Barbetrieb im Gewölbekeller, Café/Bar im Erdgeschoss sowie eine Gaststube im ersten Stock) und zwei Wohnungen (eine Dreieinhalbzimmerwohnung im 2. Stock und eine Fünfeinhalbzimmerwohnung mit Galerie und Dachgeschossnutzung) stehen vor der Umsetzung.

Investitionsvolumen: rund 1,5 Mio. Franken. Noch gibt sich die Bauherrschaft, die Bepama AG in Aarau, vertreten durch die Livo AG, Olten, bedeckt und lässt den Zeitplan der Realisierung völlig offen.

Dieser sei davon abhängig «ob und wann wir eine Baubewilligung und wofür erhalten», lässt sich Markus Pfefferli, Livo AG, schriftlich zitieren.

Erst dann nämlich liessen sich ein Terminplan erstellen und die Räumlichkeiten für den bewilligten Zweck anbieten. Interessenten gebe es viele, so Pfefferli weiter.

Pläne der Stadt durchkreuzt

Das jetzt konkrete Vorhaben der Bauherrschaft durchkreuzt die Pläne der Stadt, zusammen mit der Bemapa AG eine Testplanung über die Nutzung der Liegenschaften Kirchgasse 4 und Kirchgasse 8 (Kunstmuseum) anzugehen, die in ihrer Umsetzung mehrere Jahre in Anspruch genommen hätte.

Mit dem Umzug des Kunstmuseums in die Räumlichkeiten des jetzigen Naturmuseums hätte die Stadt mit dem dadurch frei werdenden Raum eine Attraktivierung der Kirchgasse anzustreben versucht. Potenzielle Nutzer wie etwa die Migros hatten ihr Interesse signalisiert.

«Wir werden unsere Absichten wahrscheinlich überarbeiten müssen», so Stadtschreiber Markus Dietler. Denn ohne den Blickfang Kirchgasse 4, welcher das Warenhaus optisch gut positioniert hätte, ist letztes nur schwer umsetzbar. Auch aufgrund mangelnder Fläche.

Die Stadt selbst wäre bekanntlich an einem Kauf der Kirchgasse 4 interessiert gewesen, schreckte aber vor dem vermuteten Kaufpreis zurück. Die Bepama AG wiederum wurde des Wartens müde, nicht zuletzt wohl auch wegen den langen Planungszeiten, Unsicherheiten bezüglich Realisierbarkeit des Projekts, absehbaren Urnenbefragungen.

Markus Pfefferli bringts diesbezüglich auf den Punkt: «Bekanntlich sind wir seit längerer Zeit mit der Stadt Olten im Gespräch. Inzwischen ist die Auflösung des Mietvertrages mit Vögele Shoes eingetreten. Um weiteren Leerstand zu vermeiden, bedarf die schöne Liegenschaft an der Kirchgasse 4 nicht erst in ein paar Jahren, sondern rasch möglichst einer Sanierung.» Eine Argumentation, welcher die Stadt durchaus folgen kann.

Andere Nutzung denkbar

Deshalb ist der Entscheid der Bepama AG für die Kommune durchaus verständlich und auch willkommen. Eine Attraktivierung sei absolut positiv zu werten. «Wir haben nichts dagegen, wenn die Ecke Kirchgasse eine Belebung erfährt», so Dietler im Wissen darum, dass sich für die allenfalls leer werdenden Räumlichkeiten des Kunstmuseums auch andere Interessenten gemeldet haben.

Ein mögliches Warenhaus an der Kirchgasse ist mit dem gefällten Entscheid der Liegenschaftsbesitzerin aber in die Ferne gerückt.