Nach der 48. erfolglosen Ziehung in Folge befinden sich nun 70 Millionen Franken im Swisslos-Jackpot. Für die Schweizer Lotterie ist das ein Allzeitrekord. Wie in der gesamten Schweiz versuchen auch hier in der Region viele ihr Glück beim Spiel.

Im Kiosk in Kleinwangen haben sich die Lottoverkäufe deshalb fast verdoppelt, wie Inhaberin Erika Walker berichtet: «Am Donnerstag und Freitag hatten wir sicher über 100 Leute hier, die Lotto spielten. Normalerweise sind es etwa 50 bis 60 Leute pro Tag. Es herrscht ein richtiges Lottofieber!»

Für den Kiosk und die Mitarbeiter ist dies erfreulich. «Es ist schön, dass mal etwas läuft», freut sich Elisabeth Büttiker, die seit fünf Jahren im Kiosk arbeitet. Dass im Kiosk viel los ist, merkt man sofort: Innerhalb weniger Minuten kommen fünf Kunden, um sich beim Glücksspiel zu versuchen. Darunter auch Urs Huber aus Hägendorf: «Eigentlich wäre ich ja auch mit zwei Millionen zufrieden, aber 70 nehme ich natürlich auch», lacht er.

Leider muss ihn Elisabeth Büttiker enttäuschen, denn seine Zahlen bringen keinen Gewinn. Die Zahlen habe seine Frau ausgesucht, nach welchen Kriterien wisse er nicht. Wenn er seine Lottoscheine aber selber ausfüllen würde, täte er dies nach Zufallsprinzip.

Systemloses Tippen

Doch gewisse Kunden lassen sich auch von den 70 Millionen Franken nicht an den Lottostand locken. «Ich habe mein ganzes Leben nie Lotto gespielt, weshalb sollte ich jetzt damit anfangen? Die Gewinnchancen sind praktisch gleich null», äussert sich etwa einer der Kioskbesucher. Ein Grossteil der Kunden sieht das laut Walker anders, denn sie habe viele Lottospieler im Laden, die vorher noch nie mitgemacht haben und sich vom Rekord-Jackpot verführen lassen.

Walker selber hofft jedoch nicht auf den Jackpot, aber einem ihrer Kioskkunden würde sie den Gewinn gönnen. Insbesondere, dass ihr Kiosk dann als derjenige des glücklichen Loses gelten würde, wäre für die Inhaberin ein tolles Gefühl. Deshalb erhoffe sie sich, dass der Glücksschein bei ihr eingelöst wird.

Auch die weiteren Spieler, die den Kiosk betreten, hoffen auf den Rekord-Gewinn. Wie Huber wählen diese ihre Zahlen nach Zufallsprinzip aus, oder lassen gar den Computer entscheiden, damit die Zahlen zufällig gewählt sind. Ein Besucher erklärt, dass er nun seit zehn Jahren in der Schweiz Lotto spielt, und zuvor jahrelang in Deutschland getippt habe. Stets habe er seine Zahlen zufällig gewählt. Auch Walker bestätigt, dass die meisten Spieler ohne System auf die Zahlen tippen.

Hoffnung auf baldigen Gewinner

Zu ihrer Enttäuschung spuckt das Gerät auch für die restlichen Spieler lediglich einige der sogenannten Replayscheine aus. «Das ist das Schwierige daran, den hoffnungsvollen Kunden mitzuteilen, dass sie nichts gewonnen haben. Das macht mich richtig traurig», so Walker.

Das ausgebrochene Lottofieber sei zwar gut fürs Geschäft, habe jedoch auch seine negativen Seiten. So seien die meisten Leute ziemlich gestresst und denken nur ans Spielen. Freundlich seien sie aber trotzdem immer, und manch einer habe sogar Zeit für ein kurzes Gespräch.

«Die meisten Kunden bleiben jedoch nicht länger im Laden, um noch etwas zu kaufen oder sich umzusehen, sondern kommen rein, spielen, und gehen wieder», erklärt Erika Walker. Man spüre auch, wie die Verzweiflung mit jeder erfolglosen Ziehung stärker wächst. Daher hofft sie, dass der Jackpot trotz des guten Geschäfts für den Kiosk bald geknackt wird. «Sonst verzweifeln die Leute wirklich bald», so die Inhaberin.