Bunt statt grau und metallisch: Mehrere Abfallkübel sind in der Innenstadt mit Kinderzeichnungen überzogen worden. Die Werke sind aus der Aktion «Kunst am Kübel» der Stadt Olten hervorgegangen. «Im Frühling haben wir Kinder dazu aufgerufen, ihr persönliches Müllmonster zu zeichnen», erklärt der Leiter des Werkhofs, René Wernli.

Die Aktion kam bei den kleinen Künstlern gut an, rund 100 Einsendungen wurden zurückgeschickt. «Die Wahl fiel uns schwer», sagt Wernli. In zwei Rundgängen wollte sich die werkhofinterne Jury für neun Motive entscheiden. Aus den Alterskategorien unter fünf Jahren, sechs bis zehn Jahre und zehn bis fünfzehn Jahre sollten je drei Bilder ausgewählt werden.

Dass es wirklich schwierig war, nur neun auszuwählen, zeigen die zehn Kübel, die jetzt in der Innenstadt mit Zeichnungen verschönert wurden. «In einer Kategorie gab es zwei dritte Plätze», so Wernli.

Kampf gegen Littering

Die Zeichnerinnen und Zeichner der zehn ausgewählten Bilder haben das Thema Müllmonster alle individuell verarbeitet. Manche vertrauen nicht nur auf das Motiv, sondern haben auch gleich eine schriftliche Botschaft hinterlassen.

Auf einem Kübel vor dem Naturmuseum prangt eine Figur, deren Mund der Schlund des Kübels ist. Auf dem Boden liegen eine Bananenschale und ein Apfelgehäuse. Der mahnende Zeigfinger der Figur ist auf die Worte «In den Müll! Bitte», gerichtet.

Auch vor dem Stadthaus werden Vorübergehende direkt angesprochen. «Er ist hungerig, fütter ihn», steht da. Über dem Text läuft einem grossen Smiley eine bittere Träne aus dem Auge. Bei anderen Kübelmotiven sind furchterregende Zähne im Zentrum.

Die farbigen Kübel sind nicht die erste Aktion im Kampf gegen Abfall auf den Strassen. «Immer wieder versuchen wir auf Littering aufmerksam zu machen und die Leute dazu zu bringen, ihren Abfall in den Kübeln zu entsorgen», sagt Wernli. 2014 hatten die sprechenden Kübel für Gesprächsstoff gesorgt.

Haben die mahnenden Botschaften und zahnfletschenden Monster schon etwas genützt? «Ob und wie diese Aktionen das Verhalten der Leute beeinflussen, ist schwierig zu sagen», meint Wernli.

Die Füllmenge sei auch wetterabhängig, bei schönem Wetter habe es mehr Abfall in den Eimern, als wenn es kalt ist. «Aber die bunten Kübel sind sicher ein Eyecatcher.»

Alle verschönerten Abfalleimer stehen in der Innenstadt. Die Zeichnungen wurden auf Folie gedruckt und auf die Kübel geklebt. Gemäss Wernli sollen die Bilder noch den ganzen Herbst die Kübel zieren.