Olten
Kinder ziehen im Ferienpass viele Fische an Land – und setzen sie wieder aus

Acht Ferienpasskinder konnten sich im ABC des Fischefangens üben – und Fische bissen tatsächlich zahlreich an. Die gefangenen Fische wurden später an einem anderen Ort ausgesetzt.

Urs Amacher
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Die Ferienpasskinder durften bald auch selbst Hand anlegen.

Die Ferienpasskinder durften bald auch selbst Hand anlegen.

Urs Amacher

Einmal probieren, wie man mit Fischerrute und Angel einen Fisch fangen kann – diese Erfahrung konnten Schulkinder mit dem Ferienpass Region Olten machen. Am vergangenen Samstag stand ein Schnupperkurs auf dem Programm, welcher vom Fischereiverein Olten und Umgebung (FVO) angeboten wurde. Acht Jugendliche, sieben Knaben und ein Mädchen, dislozierten an den Königsweiher bei Riedholz, um erste Freundschaft mit dem naturnahen Hobby zu schliessen.

Der Königsweiher wurde im 17. Jahrhundert vom Erbauer des Schlosses Waldegg bei Solothurn als einer von drei Fischteichen für die Karpfenzucht angelegt. Nach und nach verlandeten sie aber. In den Jahren 2012/2013 liessen die Anstössergemeinden den Königsweiher sanieren und renaturieren. Inzwischen ist er vom Solothurner Kantonalen Fischereiverband (SOKFV) gepachtet und dient ihm als Ausbildungsgewässer. Im Königsweiher tummeln sich vorwiegend Rotfedern, Karpfen und Hechte.

Rotfedern sind Karpfenfische und heissen so, weil ihre Bauch-, Rücken- und Schwanzflossen deutlich orange bis rot gefärbt sind. Sie lieben langsam fliessende oder ruhende Gewässer und halten sich gerne inmitten der Pflanzen der Uferzone auf. Ob gekocht, gebraten oder grilliert, Rotfedern sind sehr schmackhaft.

Bissfreudiges Wetter

Am Riedholzer Fischteich angekommen, hielt sich der Jungfischerleiter Bio Bionda nicht mit langer Theorie auf. Er und weitere vier Fischer des FV Olten nahmen umgehend die Ferienpasskinder unter ihre Fittiche. Jedem präparierten sie eine Angelrute, befestigten einen Haken daran und bestückten diesen mit dem Köder. Rotfedern ernähren sich vorwiegend von Kleintieren. Deshalb dienten Fleischmaden (Fliegenlarven) als Köder. Es hatte kurz vorher noch geregnet. Das Wetter war also günstig für den Fischfang. Bio Bionda und FVO-Präsident Michael Haberstich verteilten sich mit ihren Schützlingen entlang des Uferwegs und liessen sie dort die beköderte Angel auswerfen.

Vizepräsident Christian Dietiker jedoch stiefelte mit seinen zwei Lehrlingen ans schilfbestandene Westufer. Der Platz war gut gewählt: Kaum hatte der 10-jährige Till mit Fischen begonnen, zappelte schon eine erste Rotfeder an seiner Angel. Dietiker löste das Fischlein vorsichtig vom Haken und parkierte es anschliessend im mitgebrachten Wasserkübel.

So kamen die beiden Jungfischer zu einem erfreulichen Erfolgserlebnis. In der ersten halben Stunde zogen sie neunundzwanzig der silberglänzenden Fische an Land. Dann nahm die Bissfreudigkeit an jener Ecke etwas ab, und nach einiger Zeit wechselte man den Platz.

Bilanz: Zweihundert Rotfedern

Unter Anleitung der fünf Instruktoren lernten die Ferienpasskinder mit der Zeit, den Köder selber an der Angel festzumachen und den gefangenen Fisch vom Haken zu lösen. Die Fischer zügelten die Schuppentiere von Zeit zu Zeit aus dem Wasserkübel in einen im Weiher platzierten Setzkescher (eine Netzreuse).

Am Ende des Morgens waren so rund zweihundert lebende Rotfedern zusammengekommen. Die gefangen Fische – mit einer Ausnahme bis 20 Zentimeter lange Exemplare – wurden nun in einer grossen, mit frischem Wasser gefüllten Kiste auf dem kürzesten Weg nach Trimbach transportiert. Hier konnten die acht Jugendlichen helfen, «ihre» Rotfedern im Teich bei der Fischzuchtanlage des FV Olten im Graben Trimbach wieder auszusetzen.

Zum Abschluss gab es bei der Fischerhütte noch einen Imbiss, und jedes der Ferienpasskinder durfte eine ganze Forelle (bereits ausgenommen und in Vakuum verpackt) als Geschenk des FV Olten mit nach Hause nehmen.