Olten
Kinder eifern beim Ferienpass den Montgolfiers nach

Der Bau eines Heissluftballons bleibt ein Renner am regionalen Ferienpass. Für den Kurs gibts jeweils deutlich mehr Interessierte als Plätze im Angebot.

Urs Huber
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Christian Wermuth zeigt den «Montgolfiers», wie die Kurve der Schablone aufs Papier übertragen wird. hub

Christian Wermuth zeigt den «Montgolfiers», wie die Kurve der Schablone aufs Papier übertragen wird. hub

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Was die Brüder Joseph Michel und Jacques Étienne Montgolfier vor 230 Jahren erstmals steigen liessen, einen Heissluftballon nämlich, findet seinen Niederschlag bis in die Gegenwart.

Noch immer nämlich zählt der Kurs «Heissluftballon basteln» im Rahmen des Ferienpasses Region Olten zu den Rennern.

Was aber in Worten so einfach tönt, ist in Wirklichkeit doch in mehrfacher Hinsicht recht anspruchsvoll: technisches Geschick, exaktes Arbeiten, genügend Platz und Ausdauer sind gefragte Attribute, welche die Kursteilnehmenden mitbringen sollten. Seit Jahren schon divergiert das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Es gibt stets mehr Interessierte als Plätze.

Auch heuer ist alles bereit für die fünf Knaben und zwei Mädchen zwischen 10 und 13 Jahren, die sich als «Montgolfiers» an Mittwochnachmittag an die Aufgabe machen. Kursleiter Christian Wermuth aus Wangen hält Bleistift, Schere, Leim, Unterlagsscheiben sauber präpariert bereit.

«Exaktheit und das Auftragen der Leimspur nahe der Papierkante sind die grössten Herausforderungen», sagt der Informatiker aus Wangen, der als Kursleiter einfach «mol inegrütscht» ist, wie er selbst sagt.

Schritt für Schritt lehrt er seine Schützlinge, sich der Entstehung des Heissluftballons anzunähern: Vom Zusammenkleben der Papierbahnen, deren Faltung, dem Übertrag der Schablonenkurve über das Zusammenkleben der sechs Einzelteile bis hin zur Konstruktion des Peddigrohrrings beziehungsweise dessen Montags an der Ballonhülle ist alles dabei.

Selbst die Physik kommt dabei nicht zu kurz. Ein Sommertag sei nicht geeignet, um den Ballon steigen zu lassen. Geeignet sei allenfalls ein kalter Herbsttag oder sicher aber ein Wintertag.

Dann sei der Temperaturunterschied zwischen der heissen Luft in Balloninnern und der ihn umgebenden Luft am grössten, was die Steigfähigkeit erhöhe, so Wermuth.

Und so falten, schneiden, übertragen, leimen und pressen die sieben «Montgolfiers» konzentriert, geschickt und mit grosser Sorgfalt über dreieinhalb Stunden, bis sie ihr Werk, säuberlich zusammengefaltet wie Grossvaters frisch gebügelten «Naselumpe» nach Hause nehmen können.

Für alle ist es eine neue Erfahrung. «Ich habe so einen jedenfalls noch nie gemacht», sagt Leander Heller, einer der «Montgolfiers». Zwar mache er hin und wieder etwas mit Papier, bastle ab und zu auch, meint er.

Dann aber muss sich der Junge wieder konzentrieren. Denn das Seidenpapier auf dem Tisch will ordentlich gefaltet sein.