Die innerstädtischen Buslinien werden dann ganzjährig auf der Route Konradstrasse – Ringstrasse – Solothurnerstrasse – Leberngasse verkehren, wie sie dies aktuell bereits im zweiten Jahr für die Sommersaison praktizieren. Dies hat der Stadtrat an seiner letzten Sitzung beschlossen.

Die wachsende Zahl von Anlässen auf der Kirchgasse hat zu diesem Entscheid geführt. Eine Petition, die sich gegen mehr Busse auf dieser «Umfahrungsroute» wehrte, hat der Stadtrat abschlägig beantwortet.

Geschichte begann 2016

Im August 2016 hatte der Stadtrat erstmals einer saisonalen Umfahrung der Kurse 503 und 504 zugestimmt. Die zunehmende Zahl von Anlässen im Stadtkern (Beachvolleyball, Monatsmärkte, Chilbi, Streetfood, Kulturveranstaltungen, Bürostuhlrennen, Schulfest usw.) hatte für beide Kurse immer häufiger Umleitungen und somit Abweichungen von der eigentlichen Route zur Folge.

Verunsicherte Fahrgäste und ein grosser Mehraufwand für die BOGG AG durch Beschilderungen von Haltestellen und Anpassung der Fahrgastinformations-, Betriebsplanungs- und Verkaufssysteme waren die Konsequenz. Vor dem Stadtratsentscheid im August 2016 war das Gespräch mit Gewerbe Olten und der Geschäftsführung des Coop City gesucht worden. Beide stimmten sie der saisonalen Umfahrung zu.

Die kantonalen Behörden hingegen hätten schon damals eine ganzjährig einheitliche Linienführung vorgezogen und wiesen darauf hin, dass ab 2018 die Frage der dynamischen Fahrgast-Informationstafeln erneut geprüft werden müsse. Im Juni 2017 hatte der Stadtrat beschlossen, den Versuch mit der saisonalen Linienführung ein weiteres Jahr (2018) weiterzuführen.

Alte Lösung – keine Lösung

Die Rückkehr zum ursprünglichen System mit anlassspezifischen Umleitungen war angesichts der grossen Nachteile für den Stadtrat keine Option. Für die ganzjährige Routenwahl dagegen sprach unter anderem: Ein identischer Fahrplan übers ganze Jahr ist sowohl für Fahrgäste wie auch für das Personal ideal.

Wird der Busverkehr generell um die innere Baslerstrasse/Kirchgasse herumgeführt, entsteht eine sicherere Situation am Ausgang der Altstadt auf den Platz vor der Kirche, was mehr Aufenthaltsqualität bedeutet.

Die konsequente Routenwahl bringt keine nachteilige Verschiebung der Kundenströme für das betroffene Gewerbe.

Keine Auswirkungen

Ein Vergleich im Innenstadtbereich der Linie 503 für die Jahre 2015 und 2017 für die Zeit von Mai bis August (2015 wurde bei Bedarf die Kirchgasse noch umfahren, 2017 wurde saisonal umfahren) hatte eine Zunahme der Ein- und Aussteiger gezeigt. Diese ist aber auf die generell steigenden Fahrgastzahlen zurückzuführen.

«Eine Verlagerung von Fahrgästen weg von der Innenstadt z.B. in den Sälipark oder eine andere Einkaufsgelegenheit kann aus dem Vergleich nicht entnommen werden», schlussfolgert der Stadtrat. Es sei auch bei einer ganzjährig identischen Linienführung keine Verschlechterung zu erwarten.

Mit der Verschiebung der Haltestellen vom Stadthaus ostwärts auf den Munzingerplatz werde die Distanz zum Gewerbe an der Baslerstrasse im Vergleich zu den heutigen Haltestellen Stadthaus zudem reduziert.

Daniela Gaiotto, Co-Präsidentin von Gewerbe Olten, kommentiert den stadträtlichen Entscheid auf Anfrage so: «Im Sinne der Allgemeinheit halten wir den Entscheid des Stadtrates für absolut vertretbar. Natürlich können dabei nicht alle Interessen berücksichtig werden, aber Gewerbe Olten geht davon aus, dass die neue Routenwahl keine negativen Auswirkungen auf das Gewerbe in der Innenstadt mit sich bringt.»

Im September 2017 hatten Anwohnende an der Konradstrasse eine Petition eingereicht, in der sie den Stadtrat aufforderten, für die Linien 503 und 504 die ursprüngliche Linienführung via innere Baslerstrasse/Mühlegasse beizubehalten. Die Routenänderung habe für die betroffenen Anwohnenden eine sehr starke Zunahme der täglichen Busfahrten und der daraus entstehenden Luft- und Lärmbelastungen zur Folge.

Der Stadtrat hält dazu fest, dass die neue Linie 507 aus dem Gäu, welche auch das Areal Olten SüdWest erschliesst und damit die Linie 504 ersetzt, als Überlandlinie ganzjährig gleich geführt werden muss und daher auf der Route via Rötzmatt-Tunnel, Leberngasse und Konradstrasse fahren wird.

Mit dem Fahrplan 2019 nimmt zudem die Zahl der Fahrten und somit die Lärm- und Luftbelastung in der Innenstadt ab: Im Sommer 2018 fahren von Mai bis September nach aktuellem Fahrplan von Montag bis Freitag 417 Fahrzeuge der BOGG pro Woche durch die Konradstrasse; im Winter waren es ohne Umfahrung von innerer Baslerstrasse und Mühlegasse deren 223.

Im Fahrplan 2019 werden es hingegen auch bei ganzjähriger Routenwahl via Konradstrasse – Ringstrasse – Solothurnerstrasse – Leberngasse von Montag bis Freitag neu 329 Fahrzeuge, also rund 90 weniger als bisher sein. Am Wochenende ist der Fahrplan zudem «ausgedünnt» und es verkehren deutlich weniger Fahrzeuge, so der Stadtrat.