Hinter uns geht es 16 Meter in die Tiefe. Unten ist der Grundwasserspiegel zu sehen und damit jenes Wasser, das auch in den Oltner Haushalten aus den Hähnen kommt. Während es draussen über 30 Grad hat, ist es im Inneren des Pumpwerks B, einem von vier Pumpwerken im Gheid in Olten, angenehm kühl. Dort treffen wir Norbert Caspar, den Vorsitzenden der Geschäftsführung von der Betreiberin Aare Energie. Er weiss, wie es um die Oltner Wasserversorgung steht.

Ganz Olten schwitzt. Wie viel Wasser brauchen wir momentan täglich?

Rrund 10 000 Kubikmeter. Das sind 10 Millionen Liter Wasser.

Wenn wir davon ausgehen, dass in eine Badewanne 150 Liter Wasser passen, und Olten mit den versorgten Aussengemeinden 28 500 Einwohner hat, füllen diese momentan täglich ungefähr zweieinhalb Badewannen. Das ist doch unglaublich viel.

Das ist viel, aber nicht zu viel. An einem Durchschnittstag verbraucht Olten gegen 6000 Kubikmeter. Im Sommer steigt der Verbrauch. Der absolute Rekord aus dem Hitzesommer 2003 liegt bei 11 180 Kubikmetern. Aber auch die Hitzeperiode vor 15 Jahren hatte im Nachhinein keinerlei Einfluss auf unser Grundwasser.

Wie viel Wasser steht maximal zur Verfügung?

Unsere beiden Reservoirs im Säliwald und im Föhrenwald, aus denen das Wasser in die Oltner Haushalte kommt, haben zusammen eine Kapazität von 8400 Kubikmetern. Das reicht auch an Spitzentagen. Normalerweise füllen wir die Reservoirs in der Nacht auf. An ganz heissen Tagen können wir aber auch am Tag Grundwasser in die Reservoirs pumpen. Das System funktioniert automatisch, wird aber 24 Stunden am Tag überwacht.

Wird das Grundwasser nie knapp?

Nein. Unser Grundwasserträger hat eine Mächtigkeit von 40 Metern und schwankt im Jahr nur um drei Meter. Der Höchststand ist Ende Januar, der Tiefstand im November. Unsere Pumpen können in einem Bereich von 14 Metern unter dem Wasserspiegel fördern. Dieses Geschenk der Natur sorgt für eine stabile Situation.

Wir müssen also kein Wasser sparen?

Wassersparen ist jederzeit sinnvoll, weil einwandfreies Trinkwasser unser wichtigstes Lebensmittel ist. Aufgrund der aktuellen Lage in Olten und den belieferten Aussengemeinden Trimbach, Starrkirch-Wil und des Zweckverbandes Unterer Hauenstein sind aber keine speziellen Massnahmen erforderlich.

Wie spare ich am effektiven Wasser?

Den Garten am Abend giessen, wassersparende Geräte benutzen, Geschirrspüler erst laufen lassen, wenn er voll ist. Wir müssen einfach sorgsam mit unserem Wasser umgehen und es wertschätzen. Gleichzeitig sollten wir aber auch mindestens zwei Liter täglich trinken.

Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn sie lange unter der Dusche stehen?

Nein. Ich dusche, so wie man soll: kurz und intensiv. Trotzdem kann ich es geniessen.

Haben Trockenperioden überhaupt keinen Einfluss auf das Grundwasser?

Die Qualität bleibt gleich. Das Trinkwasser wird ja oft und streng kontrolliert. Vielleicht ändert sich die Temperatur des Grundwasserträgers um ein Grad, aber das macht nichts. Wenn es aus dem Hahn kommt, hat es auch jetzt noch 14 bis 16 Grad. Es sei denn, die Leitungen der Hausinstallationen wurden lange nicht genutzt.

Macht Aare Energie jetzt Geschäfte mit anderen Gemeinden, die wegen der Hitzewelle zu wenig Wasser haben?

Nein. Wir gehören zu 100 Prozent den städtischen Betrieben Olten. Die Tarife fürs Trinkwasser bestimmt letztendlich der Kanton. Wenn wir die Wassertarife ändern wollen, braucht es erst einen Regierungsratsbeschluss.

Also wird das Trinkwasser wegen der Hitze jetzt nicht teurer?

Ich gehe nicht davon aus.