«Die Besuche, die das Kapuzinerkloster Olten in den letzten drei Wochen erreichten, waren alles andere als adventlicher Natur. Gleich dreimal seit dem ersten Advent wurden die Klosterbrüder nämlich Opfer mutmasslicher Diebstähle.» So schreiben die Kapuziner aktuell über die Situation.

In der Klosterkirche wurde mehrmals versucht, Geld zu entwenden.

In der Klosterkirche wurde mehrmals versucht, Geld zu entwenden.

Fast liesse sich von einer Heimsuchung berichten. Aber oha: Kapuziner sind nicht auf den Kopf gefallen und wissen in aller Regel Unrechtes zu verhindern, wenns denn in ihrer Macht steht. Dank dem beherzten Handeln der Klosterbrüder gelang es den Dieben nur einmal, Geld zu entwenden.

Auftakt am 1. Advent

Wie Guardian Werner Gallati bestätigt, begann alles am ersten Adventssonntag, als bei der Pfortenstube, der eigentlichen Rezeption des Klosters, Geld entwendet wurde. Daraufhin und aufgrund bereits länger zurückliegender versuchter Diebstähle intensivierten die Brüder ihre Kontrollrundgänge.

Eine Praxis, wie sie nach den verschiedenen Vorfällen auch weiterhin aufrechterhalten bleibt, wie die Klostergemeinschaft erklärt. Am vergangenen Dienstag nämlich, kurz nach dem Mittag, beobachtete ein Kapuzinerbruder durch das Fenster des Innenchors der Kapuzinerkirche blickend, wie sich ein Mann an der Antonius-Kasse zu schaffen machte.

In der Folge liess der Kapuzinerbruder geistesgegenwärtig die Kirchentür zusperren, die Polizei wurde alarmiert, und so konnte der Verdächtige im Innenraum der Kirche festgenommen werden.

Am vergangenen Freitag wiederholte sich ebenfalls kurz nach dem Mittag das gleiche Szenario. Wiederum konnte ein Bruder vom Innenchor aus beobachten, wie ein Mann an den diversen Opferkassen versuchte, Geld zu entwenden. Auch diesmal liess der Bruder die Kirchentüre unverzüglich schliessen, worauf die Polizei auch diesen Verdächtigen festnehmen konnte.

Passt schlecht ins Bild

«Für die Klosterbrüder ist die Adventszeit eigentlich eine Zeit der Besinnung und der Zurückgezogenheit», so Guardian Werner Gallati. Gleichzeitig sind die Brüder natürlich viel unterwegs, um die adventliche Botschaft verbreiten zu können. Da passen logischerweise solche Vorkommnisse schlecht ins Bild. «Wir werden wie bereits gesagt unsere Kontrollgänge verstärken», so Werner Gallati, und weitere Sicherheitsvorkehrungen treffen.

Von abgeschlossene Türen ist die Rede, «auch von jener des Garagentors», wie der Guardian meint. Die Installation einer Kamera, welche den Innenraum der Kirche abdecke, komme aus Pietätsgründen nicht infrage, so Gallati weiter. «Es kommen doch immer wieder Besuchende zum stillen Gebet in die Kirche», führt er aus. Da seien Kameras nicht angezeigt.

Von einer Verunsicherung unter den Brüdern will Gallati nichts wahrgenommen haben. Natürlich seien solche Erfahrungen unerfreulich, aber auf den Tagesrhythmus der Brüder nehme die Diebstahlserie keinen Einfluss. «Wir werden künftig einfach ein paar Sicherheitsvorkehrungen konsequent umsetzen müssen», so der Guardian.