Online-Umfrage
So zufrieden sind die Kappelerinnen und Kappeler mit ihrer Einwohnergemeinde

Eine Online-Umfrage zeigt: Kappel ist eine saubere, gut erschlossene und vielfältige Gemeinde. Jedoch stehen Steuern und Jugendangebote in der Kritik und die politische Teilhabe ist gering.

Felix Ott
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Eine Online-Umfrage soll die Zufriedenheit der Einwohner mit ihrer Gemeinde ermitteln.

Eine Online-Umfrage soll die Zufriedenheit der Einwohner mit ihrer Gemeinde ermitteln.

Bruno Kissling

Die Einwohnergemeinde Kappel hat bei ihren Einwohnerinnen und Einwohnern nachgefragt wie zufrieden sie mit dem Service Public und ihrer Gemeinde sind. 144 von ihnen nahmen an der Online-Umfrage teil. Davon waren 82 Männer, 53 Frauen und 9 Personen, die sich nicht zu ihrem Geschlecht äussern wollten. Gemeindepräsident Rainer Schmidlin sagt auf Anfrage:

«Wir wollten schauen, wo wir uns verbessern und entwickeln können, wollten die Stimmung der Einheimischen einholen.»

Gerade einmal elf der Teilnehmenden waren unter 30-jährig. Die Mehrheit war zwischen 51 und 65 Jahre alt. Dass 19 Personen im Seniorenalter mitmachten, zeige dass auch ältere Personen im Internet aktiv seien, schreibt die Gemeinde in der Auswertung der Umfrage.

Kappel: sauber und vielfältig

Die Anbindung Kappels an das übergeordnete Strassennetz wurde als positiv bewertet. Gastronomie sowie Stadtnähe erzielten ebenfalls gute Ergebnisse. Etwas weniger positiv wurde das Angebot an Anlässen und Veranstaltungen bewertet. Die Beurteilung der Steuern und das Jugendangebot schnitten weniger gut ab.

Die Gemeinde Kappel wurde durchweg eher als fortschrittlich, vielfältig, jugend-, alters- und familienfreundlich bezeichnet. Die Sauberkeit des Dorfes sei sogar sehr positiv bewertet worden, heisst es in der Auswertung.

Rainer Schmidlin, Gemeindepräsident von Kappel

Rainer Schmidlin, Gemeindepräsident von Kappel

Bruno Kissling

Dringender Handlungsbedarf wurde bei der Höhe des Steuerfusses erkannt, gefolgt von der Verkehrsplanung und dem Strassenunterhalt. Ausserdem sollen Familienangebote und Jugendarbeit ausgebaut werden. Als wichtigster Punkt wurde die Senkung des Energieverbrauchs eingestuft. Schmidlin sagt:

«Die Umfrage hat uns in gewissen Themen bestätigt. Wir arbeiten schon länger an einigen genannten Punkten. Beispielsweise wird der Aufbau einer regionalen Jugendarbeit aktuell behandelt.»

Rund 40 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner informieren sich vorwiegend über die «KappelApp» oder die Internetseite der Einwohnergemeinde. Aber auch Printmedien, insbesondere die Dorfzeitung Kappeler News, werden mit 14,6 Prozent weiterhin gut gelesen.

Gerade einmal 3,7 Prozent der Umfrageteilnehmenden informieren sich persönlich bei der Gemeindeverwaltung. Rund ein Drittel ist mit der Kundenfreundlichkeit auf der Gemeindekanzlei sehr zufrieden.

Politische Teilhabe lässt zu wünschen übrig

Knapp 70 Prozent fühlen sich über die Arbeit und das Geschehen in der Gemeinde Kappel ausreichend informiert. Bemängelt wird jedoch, dass Protokolle zeitversetzt aufgeschaltet und Beschlüsse ohne Bezüge zur Detailberatung im Gemeinderat zusammengefasst werden.

Die Gemeinde versuchte an einem Infoanlass im Sommer, das Interesse der Bevölkerung an politischer Mitwirkung zu erhöhen.

Die Gemeinde versuchte an einem Infoanlass im Sommer, das Interesse der Bevölkerung an politischer Mitwirkung zu erhöhen.

Bruno Kissling

Von 2’111 Stimmberechtigten würden jedoch laut Bericht jeweils nur rund 50 Personen an den Gemeindeversammlungen teilnehmen. Es gaben auch rund 50 Prozent der Befragten an, nur selten die Versammlungen zu besuchen. 25,6 Prozent würden nie teilnehmen. Der Gemeindepräsident sagt:

«Natürlich freut es mich nicht, wenn nur wenige kommen. Besonders, wenn im Nachhinein Personen reklamieren, die von ihrem Mitbestimmungsrecht nicht Gebrauch gemacht haben.»

Als Ursachen für die Absenz wurden in der Umfrage mangelndes Interesse sowie berufliche Gründe genannt. Um dies zu verbessern, wurde nach motivierenden Ideen gefragt. Dabei wurden beispielsweise ein Apéro, ein Restaurationsbetrieb oder gar ein Bonussystem vorgeschlagen. Aber auch Möglichkeiten zur Online-Teilnahme oder briefliche Abstimmungen wurden erwähnt.

Bei einer brieflichen Abstimmung betont der Gemeindepräsident die allfälligen hohen Druck-, Porto- und personellen Kosten. Ausserdem biete eine Gemeindeversammlung viele Vorteile:

«Dort kann man sich austauschen. Es können Fragen gestellt werden, Gegner sowie Befürworter bringen ihre Aspekte vor, was bei einer brieflichen Abstimmung nicht möglich ist.»