Kappel
Primarschule setzt Videoüberwachung gegen Vandalismus ein

Vandalen sorgten in jüngster Vergangenheit immer wieder für Beschädigungen rund ums Schulhausgebäude. Nun reagiert die Gemeinde: Das Areal wird künftig mit Kameras überwacht.

Felix Ott
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Primarschule Kappel: Der Defibrillator wurde bereits mehrfach zerstört.

Primarschule Kappel: Der Defibrillator wurde bereits mehrfach zerstört.

Bruno Kissling

In Kappel kommt es an der Primarschule immer wieder zu Vandalenakten. Die Aussenbereiche der Schule werden oft verwüstet und beschädigt. Die Schäden treten wiederholt an denselben Stellen auf. Doch die Täterschaft sei nicht ausfindig zu machen, berichtet Rainer Schmidlin auf Anfrage. Der Gemeindepräsident von Kappel erklärt, dass ein Defibrillator, der gerade erst seit zwei Monaten im Aussenbereich angebracht worden ist, bereits mehrmals beschädigt wurde. «Dies könnte bei einem Notfall zu grossen Problemen führen.» Auch die Eingangsbereiche des Schulhauses und der Turnhalle, wo sich oft Jugendliche aufhalten, gehören zu den Hotspots des Vandalismus. Die Schäden reichen von Schmierereien über zerstörte Lampen bis hin zur Schulhausuhr, die mehrfach heruntergerissen wurde.

Jetzt will die Gemeinde dagegen vorgehen. Die Situation soll sich durch mehrere Kameras ändern. Der Gemeinderat hat kürzlich ein Reglement zur Videoüberwachung der Primarschule verabschiedet und dafür einen Nachtragskredit von 6500 Franken genehmigt.

«Das Reglement haben wir nicht selbst erfunden. Wir sind nicht die einzigen, die solche Probleme haben»,

sagt der Gemeindepräsident. Von acht Positionen aus sollen diese Vandalismus-Hotspots überwacht werden. Laut Schmidlin ist mit den Kameras erst nach den Sommerferien zu rechnen, da diese noch bestellt und montiert werden müssen.

«Uns interessiert nicht, wer rein oder raus geht»,

sagt Schmidlin. Die Aufnahmen, die von den betroffenen Bereichen gemacht werden, sollen keinesfalls Schüler oder Lehrkräfte überwachen. Das Reglement garantiert, dass die Aufnahmen nur zum Einsatz kommen, wenn Schäden auftreten und eine Anzeige erfolgt. So soll die Täterschaft ausfindig gemacht und zur Rechenschaft gezogen werden.

Nachtragskredit von 6500 Franken nötig

Für die Umsetzung der Videoüberwachung wurde ein Nachtragskredit von 6500 Franken genehmigt. Diese Kosten sind laut Rainer Schmidlin schnell wieder eingenommen. Entweder werde man weniger Geld für die Beschädigungen ausgeben müssen oder die Täterschaft werde zur Kasse gebeten. Die durch die Vandalen verursachten Schäden beliefen sich nach einer groben Schätzung von Schmidlin in den letzten zehn Jahren auf ungefähr 15'000 Franken.

Ein verbreitetes Problem

Die Primarschule Kappel ist bei weitem nicht die einzige Schule mit Vandalismusproblemen. Deshalb haben auch einige andere Gemeinden im Kanton Solothurn bereits eine Videoüberwachung an den Schulen eingeführt. Den Auftakt machte 1998 das Oberstufenzentrum Derendingen-Luterbach. Anschliessend folgten Oensingen und Dulliken. 2009 führte die Kantonsschule Solothurn die Videoüberwachung ein und auch Subingen und Niedergösgen machten positive Erfahrungen mit der Überwachung der Aussenbereiche, berichtete diese Zeitung vor ein paar Jahren.

Auch in Olten ist das Thema präsent. Der Stadtrat beschloss 2018 Richtlinien zum zweckmässigen und massvollen Umgang mit der Videoüberwachung. Diese Richtlinien ermöglichen und kontrollieren den Einsatz von Kameras in öffentlichen und öffentlich zugänglichen Räumen.

In Biberist wird aktuell ein Konzept sowie ein Reglement für die Videoüberwachung der beiden Schulhäuser Bleichematt und Mühlematt ausgearbeitet. Dort sind Vandalismus und Littering nicht die einzigen Probleme, die durch die Videoüberwachung gelöst werden sollen. Denn die beiden Hauswarte der Schulgebäude werden oft beschimpft und teilweise sogar bedroht. Doch auch hier ist eine Videoüberwachung nicht ohne Reglement möglich, welches die Datenschutzrichtlinien kontrolliert.