Kappel
Chappeler Chilbi auch 2021 abgesagt: Es sei nicht realistisch, Areal für Eingangskontrollen einzuzäunen

Vergangenes Jahr wurde die Chappeler Chilbi wegen Corona schon abgesagt, nun trifft es den Anlass des ersten Septemberwochenendes erneut – trotz den Lockerungen des Bundes. Das sind die Gründe für die diesjährige Absage.

Fabian Muster
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Die Chappeler Chilbi fand letztmals 2019 statt (im Bild der Lunapark).

Die Chappeler Chilbi fand letztmals 2019 statt (im Bild der Lunapark).

Patrick Lüthy

«Chappeler Chilbi - 2021 erscht rächt!!!», heisst es auf der Facebook-Seite der Veranstaltung, die jährlich am ersten Septemberwochenende in Kappel stattfindet. Doch seit Mittwochabend ist klar, dass auch die diesjährige Ausgabe der zweitgrössten Chilbi der Region nicht durchgeführt wird. Schon im vergangenen Jahr haben die Organisatoren die Reissleine wegen Corona gezogen, nun tun sie es erneut – trotz den kommenden Lockerungen, die der Bundesrat am Mittwoch bekannt gegeben hat.

Kommunikationsverantwortlicher Reto Baumgartner sagt auf Anfrage: «Die Lockerungen des Bundesrats sind super und gehen sehr weit, doch trotzdem gibt es noch Auflagen für einen Grossanlass wie die Chappeler Chilbi.» Dieser zieht jeweils mindestens 10'000 Gäste aus der Region an. So müsste das Areal eingezäunt werden, damit Eingangskontrollen gemacht werden könnten, um das Covid-Zertifikat zu prüfen. «Das ist nicht realistisch», benennt Baumgartner den Hauptgrund für die Absage.

Mit dem Kanton haben die Veranstalter auch die Variante diskutiert, das Areal in verschiedene Zonen einzuteilen, etwa eine Zone für den Lunapark oder eine für die Stüblis. Doch auch diese Idee wurde verworfen.

«Das wäre organisatorisch schlicht nicht durchführbar gewesen»,

sagt Baumgartner. Man hätte auch auf die Anwohnerinnen und Anwohner Rücksicht nehmen müssen. Auch eine Chilbi light, wie es derzeit noch in Olten ein Thema ist, wird es nicht geben. «Welche Vereine im Dorf sollen wir für die Stüblis berücksichtigen?», fragt Baumgartner rhetorisch.

Doch ganz verzichten auf das Gesellschaftliche, das nun mit den Lockerungen und der stark angestiegenen Impfquote wieder möglich wird, wollen die Vereine nicht. So planen diese am eigentlichen Chilbi-Samstag, 4. September, einen Littering-Tag: Man geht gemeinsam Abfall einsammeln und kommt dann mittags oder abends fürs gemeinsame Essen und Trinken wieder zusammen. «Dieses Wochenende haben sich jetzt eh schon alle freigehalten», sagt Baumgartner.

Chilbi ist Haupteinnahmequelle der Vereine

Die Chappeler Chilbi ist eine der Haupteinnahmequellen der Vereine. Bereits zweimal fällt sie nun aus. Der eine oder andere Vereine werde sicher einen Ersatzanlass durchführen, um etwas Geld reinholen zu können. «Da ist einiges im Gange», sagt Baumgartner.

Die «Bränte-Villa» der Bränte-Zunft an der Chappeler Chilbi im Jahr 2018.

Die «Bränte-Villa» der Bränte-Zunft an der Chappeler Chilbi im Jahr 2018.

Patrick Lüthy

Für die Fasnachtsclique Bränte-Zunft, in der Baumgartner Mitglied ist und bis 2019 Zunftmeister war, sind die finanziellen Ausfälle noch nicht existenziell. «Die Chilbi ist zwar die mit Abstand grösste Einnahmenquelle. Doch weil seit fast eineinhalb Jahren kaum etwas stattgefunden hat, fielen auch gewisse Auslagen weg.» Was fast noch mehr an den Nerven zehre, sei das Gesellige, das gefehlt habe, so Baumgartner. Es gab keine Fasnacht, keine Generalversammlung und keine weiteren gemeinschaftlichen Anlässe.

Auch für den FC Kappel gehe es trotz zweimaliger Absage der Chappeler Chilbi noch nicht um die Existenz, obwohl der Anlass ebenfalls die Haupteinnahmequelle sei, sagt Präsident Bruno Stalder auf Anfrage. Der Verein betreibt jeweils ein Fisch- und Pizzastübli sowie 2019 erstmals ein Weinstübli. Um den Verlust etwas zu verringern, hat der Fussballclub vergangenes Jahr an zwei Wochenende im vereinseigenen Zelt ein Fischessen veranstaltet. Er könne sich dies im ähnlichen Rahmen in diesem Jahr wieder vorstellen, sagt Stalder. Wegen der nun angekündigten Lockerungen werde es organisatorisch wahrscheinlich sogar einfacher.