Hägendorf
Kanton soll für die Kreiselgestaltung bezahlen

Der Gemeinderat von Hägendorf will den Kanton in Sachen Kreiselgestaltung beim Wort nehmen.

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Kreisel im Mai 2020: Jetzt kommen auch Bäume hin.

Kreisel im Mai 2020: Jetzt kommen auch Bäume hin.

Bruno Kissling

Bekanntlich hat die Gemeinde Hägendorf die Bauarbeiten des Kantons am Kreisverkehr Kreuzplatz genutzt, um die Wasserleitungen im Bereich der Baustelle zu sanieren. Dafür hatte der Gemeinderat Hägendorf einen Kredit von 100'000 Franken vorgesehen und an der Gemeindeversammlung im Dezember 2018 genehmigen lassen.

Neue Anwendungsnormen kommen zum Tragen

Allerdings hat sich nun gezeigt, dass – bedingt durch neue Regeln im Gewässerschutz – die Wasserleitung neu unter die Sohle des Cholersbachs verlegt werden musste. Diese Arbeiten bringen zusätzliche Kosten im Rahmen von rund 55'000 Franken mit sich, was einen Nachtragskredit nötig macht. Der Gemeinderat hat diesem Kredit mit einer zusätzlichen Reserve von 3000 Franken zugestimmt.

Die Baustelle Kreuzplatz beschäftigte den Gemeinderat aber noch auf einer anderen Ebene: Dieser hatte seinerzeit auch zugestimmt, die bestehende Kreiselgestaltung am Kreuzplatz zu entfernen, um einen zweispurigen Verkehrsfluss zu ermöglichen. Damals lag eine Zusicherung vor, der Kanton würde hiefür die Kosten übernehmen.

Nun hat sich herausgestellt: Der Kanton ist zu dieser Zusage gar nicht berechtigt. Die Gemeinde müsste also die Neugestaltung der Kreiselfläche finanzieren. Der Kanton nämlich würde aufgrund der neu ein getretenen Situation in der Kreiselmitte nur eine Kies-/Schotterbeschichtung vornehmen. «Das fanden wir ungünstig», so Walter Müller, Leiter der Baudirektion Hägendorf.

Eine Lösung im Zeichen der Biodiversität

Eine andere Lösung musste her, auch im Zeichen der Biodiversität. Der Gemeinde entstehen bei der Gestaltung mit Bäumen, dem Teufel von Pierre Bannholzer (welcher früher schon auf dem Kreisel stand) und den bisherigen Granitsteinen Kosten von rund 9600 Franken. Die Bäume würden von Flora Gartenbau AG, Hägendorf gesponsert. Bei einer Gestaltung durch die Gemeinde wird eine Gebühr an den Kanton fällig, welche im Betrag von 9600 Franken bereits enthalten ist.

Ebenfalls inbegriffen sind 400 Franken Reserve für unvorhergesehene Kosten. Der Gemeinderat ist der Ansicht, dass der Kanton beim Wort genommen werden soll. Der Gemeinderat schiesst die beschriebenen 9600 Franken vor, beauftragt aber die Bauverwaltung, den Betrag beim Kanton einzufordern. Patrick Thomann unterstützt die Bauverwaltung im Vorgehen und bei Gesprächen mit dem Kanton. Gut möglich, dass sich am Schluss noch Juristen um den Fall zu kümmern haben.