Olten
Kantischüler entdecken tanzend neue Perspektiven

«Lullaby Amplify» heisst die Tanzaufführung, die 15 Kanti-Schülerinnen im Rahmen ihrer Spezialwoche Gemeinsam mit den Choreografinnen Clea Onori und Pascale Utz einstudiert und am Montag in der Schützi in Olten aufgeführt haben.

Gülpinar Günes
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Tanztage Olten - Premiere "Lullaby Amplify"

Tanztage Olten - Premiere "Lullaby Amplify"

Bruno Kissling

Die Produktion ist eine Premiere in der 23-jährigen Geschichte der Oltner Tanztage. «Wir haben uns am Anfang gedacht: Ohoh. Worauf haben wir uns denn hier eingelassen.» Auf zeitgenössischen Tanz. 15 Schülerinnen der Kantonsschule Olten nehmen im Rahmen der jährlichen Spezialwoche im September am Kurs «Tanz und Theater» teil. «Wir haben ganz normale Choreografien erwartet», erzählen die Jugendlichen. Doch plötzlich heisst es: Alleine und frei tanzen vor der gesamten Gruppe. «Wir möchten, dass die Jugendlichen neue Perspektiven gewinnen und Raum für Empfindungen und Sensationen schaffen», erklären die Choreografinnen Clea Onori und Pascale Utz. Ihre Vorgabe war es, gemeinsam mit den Mädchen ein abendfüllendes Stück zu erarbeiten.

Am Anfang stand der Titel

Noch bevor die Idee für eine Choreografie entstehen konnte, musste ein Titel für das Stück her. «Lullaby Amplify» lasse genug Spielraum, um die Gegensätze des Teenager-Alters zu behandeln. «Wir wollten nicht nur die rebellische Seite dieses Alters zum Ausdruck bringen, sondern auch das Feine und das Kleine.» Plötzlicher Wechsel von leise auf laut, von langsam auf schnell, von Grün auf Rot: In jedem Detail des Bühnenbildes und der Bewegungen wird dieser Kontrast sichtbar. In gewissen Bewegungsmustern glaubt man Alltägliches wie das mühsame Aufstehen am frühen Morgen oder aber auch den Gefühlswirrwarr im Kopf eines jeden Teenagers zu erkennen. Wie üblich beim zeitgenössischen Tanz ist nichts auf den Takt der Musik abgestimmt und man drückt sich in Metaphern aus: «Die Bewegungen sind nicht taktweise. Die Mädchen müssen sich wahrnehmen und gemeinsam spüren, wie es weitergeht.» Trotz ihren ersten Berührungsängsten mit dem zeitgenössischen Tanz, scheinen die jungen Tänzerinnen sich sehr wohl in ihrer Haut zu fühlen.

Einmaliges Projekt

Die Aufführung ist ein einmaliges Projekt des Vereins «TANZINOLTEN». Sie ist im Rahmen der Bemühungen von Ursula Berger, Tanzpädagogin, Choreografin DanseSuisse und künstlerische Leiterin der Oltner Tanztage, durch Tanzvermittlung den Jugendlichen Tanz als Kunstform näher zu bringen, entstanden. «Es ist mir wichtig, dass die Leute den Wert des Tanzes erkennen und die Schwelle zu ihr als Kunstform überschreiten können.» «Lullaby Amplify» ist die erste Eigenproduktion von «TANZINOLTEN» und somit eine Premiere in der 23-jährigen Geschichte der Veranstaltung, an welcher selbst Remo Ankli, Vorsteher des Departements für Bildung und Kultur des Kantons Solothurn, in einer kurzen Ansprache die Wichtigkeit der Kulturvermittlung betonte.

Neue Perspektiven

«Lullaby Amplify» hat den Zweck nicht verfehlt: Die Mädchen strahlen ein gesundes Selbstbewusstsein aus und sind trotz den Anstrengungen der Spezialwoche froh um die gewonnene Erfahrung. «Während unsere Freunde Pause hatten, mussten wir tanzen, wiederholen und nochmals wiederholen. Mitte Woche konnten wir kaum mehr sitzen wegen dem Muskelkater», lachen sie. «Wir wussten zu Beginn nicht, was wir davon halten sollten. Aber wir sind sehr erfreut darüber, neue Freunde kennen gelernt und uns zu einer starken Gruppe entwickelt zu haben.» Man müsse einfach nur ein bisschen offen sein dafür. «TANZINOLTEN» wird sich auch in Zukunft um die Tanzvermittlung mit diversen Schulgruppen bemühen: «Es ist ein erfolgreicher Weg, den wir beschreiten, um die Akzeptanz des Tanzes zu steigern.»