Der Sieger des Wettbewerbs Sprungfeder, Michael Feindler, bot einen erfrischenden Mix von Liedern und Texten. Dabei sind ihm auch grosse Klassiker wie Schiller oder Goethe nicht heilig. Er adaptiert den Erlkönig gekonnt und würzt ihn dabei mit feinsinnigen Pointen. Bildung, Beziehungen und Betriebswirtschaftsstudenten werden spitzzüngig kommentiert. Ob es um wirtschaftliche Abhandlungen über die Ökonomie der Prostitution geht oder um Ratschläge eines Vaters geht, Feindler erklärt das Leben in all seinen Facetten, feinsinnig und zynisch.

Der Österreicher...

...Stefan Waghubinger macht den Eindruck, als würde er auf der Bühne stehend einschlafen. Doch seine Betrachtungen zur Klimaerwärmung oder zum Eheleben sind treffsicher und aus dem Leben gegriffen. Wenn eine Frauenzeitschrift berichtet, dass der Mitteleuropäer im Durchschnitt zweieinhalb Mal pro Woche Sex habe, ist es durchaus berechtigt, nachzufragen welches Paar nur ein halbes Mal. Waghubinger nimmt auch sonst kein Blatt vor den Mund. Adam war kein echter Mann, sonst hätte er den Apfel abgelehnt und stattdessen die Schlange grilliert, wir wären heute noch im Paradies.

Das Duo luna-tic...

...moderierte den Abend. Die kesse Berlinerin Claire und Mademoiselle Olli de Paris servierten die drei Darbietungen in einer perfekten Mischung aus Charme und Burschikosität.

Der junge Schweizer Micheal Elsener verblüffte zum Schluss die Besucher mit seinen gekonnten Parodien. Innert Sekunden verwandelte er sich in verschiedene Persönlichkeiten, nur mit Gesten, Mimik und Sprache wusste er als Aeschbacher, Klapproth oder Putin zu überzeugen. Was wäre, wenn die Stimmbürger die Vorlage «Volkswahl des Bundesrates» annehmen würden? Elsener gewährte dem Publikum einen Einblick in die Sitzung zur Departementsverteilung. Wer sollte das Militärdepartement übernehmen? Roger Federer, der junge Immigrant Bostic oder Mike Shiva? Oder gar Sven Epiney, der dank des Komitees der vereinigten Schwiegermütter in den Bundesrat gewählt wurde? Elsener bot ein erfrischendes und abwechslungsreiches Programm. Dieses war eher leichte Kost, rundete den Abend aber perfekt ab. Jeder Künstler trug mit seinem Beitrag zu dem rundum gelungenen Cocktail zu. Prost.