Mit 79 zu 6 Stimmen bei 8 Enthaltunugen hatte sich der Solothurner Kantonsrat im November für eine Verschärfung das Hooligan-Konkordats ausgesprochen.

Gegen das Konkordat haben nun die Jungfreisinnigen Region Gäu zusammen mit Mitgliedern der Grünen Region Olten und unterschiedlichen Fanclubs des EHC Olten das Referendum ergriffen.

Die Unterschriftensammlung dauert bis am 28. Februar 2014. Falls bis zu diesem Zeitpunkt die benötigten 1500 gültigen Unterschriften zusammenkommen, wird die kantonale Solothurner Stimmbevölkerung über die Verschärfung des Konkordats entscheiden können.

«Repressive Staatskontrolle»

Für das Referendumskomitee sind die Verschärfungsmassnahmen ein «klarer Eingriff in die Privatsphäre des einzelnen Individuums und eine Pauschalisierung zwischen Zuschauern und Chaoten», heisst es in einem Communiqué.

Es sei keinesfalls eine Lösung gegen den Vandalismus und das Chaotentum, sondern vielmehr «eine repressive Staatskontrolle mit einem zu teuren bürokratischen Aufwand, der zuletzt dem Steuerzahler zur Last fallen würde».

Solidarisch zeigen

Die Verschärfung beinhaltet unter anderem eine Bewilligungspflicht für Spiele, sowie ein Alkoholverbot bei sogenannten Risikospielen. Ausserdem soll es dank der Verschärfung möglich sein, beim Eingang rigorosere Sicherheitskontrolle auch im Intimbereich durchführen zu können.

Das Konkordat betrifft nur Vereine, die in einer obersten Landesliga spielen. Da dies im Moment bei keinem Verein im Kanton Solothurn der Fall sei, hätte das Konkordat zwar vorerst keinen direkten Einfluss auf den Kanton, wird eingeräumt.

Mit den fehlenden, direkten Auswirkungen auf den Kanton Solothurn könnte natürlich auf einen Kampf gegen das Konkordat verzichtet werden. Dies wäre für das Komitee allerdings zu kurzsichtig, «denn es ist nicht unwahrscheinlich, dass der EHC Olten in absehbarer Zeit in die NLA aufsteigt und dann dem verschärften Konkordat ausgesetzt wäre.»

Ausserdem wolle sich das Referendums-Komitee mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Kantonen solidarisch zeigen, die sich wie beispielsweise im Kanton Bern gegen die Ausweitungen von Einschränkungen des Persönlichkeitsrechts wehren würden. (ldu)