Mischa Lanz hat seinen Trainingsstandort gewechselt. Seit Mitte August trainiert er im nationalen Leistungszentrum von Swiss Tennis in Biel und absolviert auch sein letztes reguläres Schuljahr in der Uhrenstadt.

Dafür pendelt der 15-Jährige von Montag bis Freitag jeden Morgen von Hägendorf nach Biel und abends dieselbe Strecke wieder zurück. Dass er täglich zweieinhalb Stunden im Zug verbringt, stört ihn nicht.

Für Lanz war sofort klar, dass er nicht wie viele andere Tennistalente im nationalen Leistungszentrum in Biel wohnen will. «Einerseits ist das eine finanzielle Frage, und andererseits ist es mir wichtig, dass ich weiterhin viel Zeit mit meinen Eltern und meinen Geschwistern verbringen kann, statt alleine in Biel zu bleiben», so Lanz.

Alles war anders

Obwohl Mischa Lanz weiterhin zu Hause wohnt, waren die Umstellungen durch den Wechsel nach Biel zu Beginn nicht ganz einfach. Neben den täglichen Zugfahrten musste sich Lanz auch an eine neue Schule mit anderen Lehrmitteln und an ein völlig neues Trainingsumfeld gewöhnen.

Neue Coaches, neue Trainingspartner, neue Trainingsmethoden und neue Ansprechpersonen. «Alles war anders. Am Anfang wusste ich gar nicht richtig, an wen ich mich wenden sollte, wenn ich ein Problem oder eine Frage hatte», beschreibt Lanz seine ersten Wochen in Biel.

«Aber ich wollte diesen Wechsel unbedingt. Nach sechs Jahren Training in Frenkendorf, in denen ich viel gelernt hatte und grosse Erfolge feiern durfte, war ich überzeugt, dass ich frischen Wind brauche. Ich wollte neue Coaches und Spieler kennen lernen und von deren Inputs profitieren, um neue Motivation zu holen.» In der Zwischenzeit ist Lanz sehr zufrieden, wie es in Biel läuft.

Muskelkater nach dem ersten Tag

Mit den neuen Trainingsmethoden in Biel hat Mischa Lanz nicht nur auf, sondern auch neben dem Tennisplatz Bekanntschaft gemacht. Speziell im letzten Monat.

Zum ersten Mal absolvierte der 15-Jährige ein vierwöchiges Aufbauprogramm, bei dem der Fokus fast ausschliesslich auf den konditionellen Bereich und nicht auf das Training auf dem Court gelegt wurde.

«Ich hatte bereits nach dem ersten Tag Muskelkater. Da hab ich mich dann schon gefragt, wie ich das bloss vier Wochen aushalten soll», blickt er schmunzelnd zurück.

Während des Aufbaus, den Lanz unter der Leitung von Coach Roland Burtscher absolviert hatte, legte der junge Hägendörfer den Fokus auf den Kraftaufbau.

Ein Bereich, in dem er noch viel Potenzial besitzt und der für ihn auch besonders wichtig ist, denn Lanz steckt mitten im Wachstum und hatte in der Vergangenheit bereits mit hartnäckigen Verletzungen zu kämpfen. «Ich muss mir eine Art Schutzanzug antrainieren, um auch in Zukunft voll angreifen zu können», so der 15-Jährige.

Nächste Entscheidung steht an

Und das will Mischa Lanz in den nächsten Monaten tun. Bis Ende Jahr wird Lanz, der seit Oktober erstmals eine N4-Klassierung aufweist, vorwiegend Turniere in der Schweiz spielen.

«Im neuen Jahr werde ich dann hochdotierte, internationale U16-Turniere bestreiten und auch versuchen, in der U18-Kategorie international Fuss zu fassen», gibt er seine Ziele für die nächsten Monate bekannt. Und dann steht auch schon die nächste wichtige Entscheidung an: Soll er ans Sportgymnasium wechseln oder voll auf die Karte Tennis setzen?

Eine Frage, auf die Mischa Lanz im Moment noch keine Antwort weiss. «Ich will meine Entwicklung in den nächsten Monaten abwarten. Erst dann kann ich mich entscheiden», sagt er.