Konzertsaal Olten

Junge Starsopranistin sang zauberhafte Feenlieder

Elfen, Feen und Märchenfiguren: Regula Mühlemann und das Ensemble CHAARTS bezauberten das Publikum im völlig ausverkauften Oltner Konzertsaal.

Es ist ein Ohrwurm, der lange nachhallt: «Solveigs Lied» des norwegischen Komponisten Edvard Grieg ist ein wichtiger Teil der romantischen Theatermusiken zu Henrik Ibsens dramatischem Gedicht «Peer Gynt». Mit den beiden «Gynt»-Suiten eröffnete das Ensemble CHAARTS (eine Abkürzung von «Chamber Artists») den thematischen Kammermusikabend. Furios gespielt erklangen die bekannten und beliebten Melodien in voller Fülle, aber auch hauchzarte Pianostellen waren zu geniessen. Das kleine Orchester war in seinem Element und zauberte im eng bestuhlten, bis auf den letzten Platz besetzten Oltner Konzertsaal sogleich eine märchenhafte, manchmal fast skurrile Stimmung herbei. Der Bergkönig und seine Trolle waren greifbar anwesend.

Sich in die Herzen singen

Die junge Adligenswiler Sopranistin Regula Mühlemann doppelte nach mit vier eingängigen Liedern aus «Peer Gynt» – besonders geglückt wirkte neben «Solveigs Lied» das Schwanenlied «En Svane». Die international überaus erfolgreiche Sängerin brillierte mit schönen Mittellagen und hellen Höhen, raffinierten, anspruchsvollen Koloraturen und viel Ausdruck. Ihre Lieder und Arien gestaltete sie bewusst und intelligent, ohne jedoch die Gefühle zu vernachlässigen. Mit diesen Griegschen Wohlklangmelodien und der feinsinnigen Feen-Arie aus Jules Massenets Aschenputtel-Oper «Cendrillon» sang sich die Schweizer Starsopranistin in die Herzen des Publikums.

Perlen des Gesangs

Auch nach der Pause folgte ein Höhepunkt dem andern – zwei seien noch besonders hervorgehoben. Ausgesprochen amüsant interpretierte Regula Mühlemann die witzige und virtuose Arie der aufziehbaren Automatenpuppe Olympia aus Jacques Offenbachs Oper «Hoffmanns Erzählungen». Wie es sich gehört, muss die Puppe mitten in der koloraturreichen Arie neu aufgezogen werden, damit sie weitersingt. Der Hornist des CHAARTS-Ensembles besorgte dies mit viel Liebe und Lust am witzigen Detail. Und nicht minder gut gelang der jungen Starsopranistin – neben je einer Arie von Gounod und Verdi – die tieftraurige Pamina-Arie aus Mozarts «Zauberflöte». Es war dies ein Blick in die nächste Zukunft: Im August wird Regula Mühlemann in Salzburg mehrfach die Rolle der Pamina singen und spielen.

Zugabe für Herbert Schibler

Orchestrale «Peer Gynt»-Schauspielmusik, gefühlvoll interpretiert, gab es zwischendurch auch im zweiten Teil des wunderschönen Konzertabends, der mit einer Standing Ovation endete. Die Zugabe aber widmete Cellist Andreas Fleck dem abtretenden Geschäftsführer des Theaters Olten, weil es Herbert Schibler seit 14 Jahren dank seiner «Trüffelschweinqualitäten» gelungen sei, immer wieder gute Musik in den Konzertsaal zu bringen. Welche Zugabe würde es wohl sein? Nun ja, Regula Mühlemann sang, zuerst nur von der Harfe begleitet, dann vom ganzen Ensemble, nochmals den eingängigen Ohrwurm des Abends, «Solveigs Lied».

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