Olten
Junge SP wills wissen: Partei will mindestens einen Stadtratskandidaten portieren

Die Jungpartei will mindestens einen Kandidaten portieren, wie sie an ihrer Parteiversammlung Anfang November entschieden hat. Wer das sein soll, will die basisdemokratische organisierte Junge SP an ihrer Versammlung vom 25. November bestimmen.

Fabian Muster
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Mögliche Stadtrats-Kandidatin: Luisa Jakob, einzige Gemeinderätin der Jungen SP Region Olten.

Mögliche Stadtrats-Kandidatin: Luisa Jakob, einzige Gemeinderätin der Jungen SP Region Olten.

zvg

An der SP-Parteiversammlung vom Donnerstagabend gab neben dem Fall Peter Schafer auch die Ankündigung der Junge SP Region Olten zu reden, dass sie bei den Stadtratswahlen kommenden März antreten will.

Die Jungpartei will mindestens einen Kandidaten portieren, wie sie an ihrer Parteiversammlung Anfang November entschieden hat. Wer das sein soll, will die basisdemokratische organisierte Junge SP an ihrer Versammlung vom 25. November bestimmen.

Der Grund für die eigene Kandidatur nennt die Partei in einer gestern veröffentlichten Facebook-Mitteilung auf ihrer Seite: «Die Junge SP Region Olten bedauert es, dass die SP Olten ohne Peter Schafer an den Stadtratswahlen 2017 teilnimmt.»

Damit weiterhin eine «linke, progressive Stimme im Stadtrat zu hören ist», will die Jungpartei mit einem oder mehreren Kandidaten antreten.

Co-Präsident Simon Muster ergänzt auf Anfrage, dass man mit Peter Schafer immer ein gutes Verhältnis gehabt habe. «Er hat unsere Interessen sehr gut vertreten», so Muster.

Bei der Mutterpartei kommt die Ankündigung nicht nur gut an, wie bereits die Parteiversammlung vom Donnerstagabend gezeigt hat: Man sprach von «nicht lösungsorientiert» oder einer Drohung.

Die Genossen befürchten wohl, dass weitere Stadtrats-Kandidatur(en) aus dem linken Lager die Wählerstimmen aufteilen könnten. Dies lässt Muster kalt: «Das könnte man gegen jede Kandidatur einer jungen Partei für ein Exekutivamt sagen.» Es gehe ihnen vor allem darum, dass die Interessen der Jungen vertreten sind.

Zu möglichen Kandidaten hält sich die Junge SP noch bedeckt. In der Poleposition als mögliche Stadtratskandidatin ist Luisa Jakob, die einzige Vertreterin der Partei im Oltner Gemeindeparlament.

Eine Stadtratskandidatur könnte ihr eventuell auch behilflich sein, um ihr Mandat im auf 40 Sitze verkleinerten Parlament zu halten. Die 25-jährige hat innerhalb der Partei bereits Führungserfahrung gesammelt: Sie übte kurzzeitig zusammen mit der nun ebenfalls zurückgetretenen Brigitte Kissling das Co-Präsidium in der Stadtpartei aus.

Auf Anfrage wollte sich Jakob nicht äussern, liess aber durchblicken, dass sie einer Kandidatur nicht abgeneigt ist.

Ohne Präsidium in die Wahlen

Die bisherige SP-Präsidentin Brigitte Kissling liess an der Parteiversammlung am Donnerstagabend ausrichten, dass sie per Ende Jahr ihr Amt niederlege.

Krankheitshalber blieb sie dem Anlass fern. Gestern war sie für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Faktisch ist Kissling aber bereits per sofort nicht mehr für die Partei tätig.

«Wir werden nächste Woche zusammenkommen und schauen, wie wir die Aufgaben in der Geschäftsleitung verteilen», sagt SP-Fraktionspräsident Ruedi Moor auf Anfrage. Die Partei werde wohl über die Wahlen von der Geschäftsleitung geführt.

Ein neuer Präsident müsste laut den Statuten nämlich an einer Versammlung gewählt werden. Zudem ist unklar, ob sich so schnell jemand finden lässt. Vorgesehen war gemäss Moor, dass Kissling erst nach den Wahlen ihr Amt zur Verfügung stellt.

Neu in die bisherige Geschäftsleitung gewählt wurde Stadtratskandidatin Marion Rauber, Hansjörg Haas sowie Simon Gomm als Vertreter der Jungen SP Region Olten. (fmu)