Ausstellung
«Junge Kunst Olten»: Er provoziert mit Körpern ohne Kopf

Am Donnerstag startet in der Schützi die Ausstellung «Junge Kunst Olten» – Daniel Müller ist als Einziger der Region dabei. Mit seinen provokanten Bildern von menschlichen Körpern polarisiert der 21-jährige Kunstschaffende.

Rahel Bühler
Drucken
Teilen

BRUNO KISSLING

Die Bilder von Daniel Müller polarisieren, ohne Zweifel. Man könnte vielleicht sogar sagen, sie provozieren ein wenig. Absicht? «Nein, das gewiss nicht. Ich setze einfach das um, wozu ich Lust habe», antwortet der junge Oltner Künstler, der an der JKON Junge Kunst Olten seine Bilder präsentiert.

Zusammen mit 17 weiteren Kunstschaffenden unter 30 Jahren stellt der 21-Jährige seine Bilder aus in der Schützi aus. 24 sind es an der Zahl. Handeln tun sie alle von einem: dem menschlichen Körper. Auf jedem der Bilder sind Körper zu sehen. Manchmal nur einer, manchmal mehrere. Manchmal sind sie ganz, und manchmal fehlt was, zum Beispiel der Kopf. Dies ist das Provokante an seinen Bildern: Sie zeigen eine Mischung aus Menschlichkeit, Sexualität und Tod.

«Über den Inhalt meiner Bilder lässt sich streiten. Das ist mir bewusst», sagt Müller und ergänzt: «Man kann es gut finden oder nicht, das ist jedem selber überlassen.» Die Bilder, die Müller ausstellt, haben alle ein Format von entweder A4 oder A3 und sind alle in derselben Technik gehalten: Monotypie. Das ist eine Drucktechnik, bei der auf Glasplatten gemalt oder gezeichnet wird, währenddessen die Farbe – Daniel Müller verwendet Linoldruckfarbe – noch feucht ist. Anschliessend wird ein Stück Papier auf die Glasplatte gepresst, wodurch das Gezeichnete auf das Papier gedruckt wird.

Schnelles Arbeiten ist also gefragt. «Die Schnelligkeit der Arbeit hat einen gewissen Reiz. Wenn ich voll bei der Sache bin, gerate ich wie in eine Art Rauschzustand», erklärt Müller, der im Herbst dieses Jahres voraussichtlich sein Kunst- und Medienstudium an der Zürcher Hochschule der Künste starten wird.

Auch politisch gefärbte Werke

Angefangen hat alles gegen Ende der Oberstufe, als Müller noch im Kanton Sankt Gallen gewohnt hat und dort zur Schule gegangen ist. Damals habe seine Zeichnungslehrerin unerkanntes Potenzial bei ihm entdeckt und daraufhin habe er vermehrt angefangen, sich mit Kunst auseinanderzusetzen.

Mittlerweile sind einige Jahre vergangen, und Daniel Müller hat in der Zwischenzeit eine KV-Lehre und einen gestalterischen Vorkurs für sein Studium absolviert. In dieser Zeit sind einige Werke zusammengekommen. Viele davon thematisieren die Themen Mensch, Körper oder Sexualität. Andere sind politisch gefärbt, etwa Entwürfe für eine Burka im Rahmen seiner Arbeit zum Thema «Verdecken».

Daniel Müller, der zurzeit Zivildienst leistet, braucht nicht nur immer die Monotypie als Technik für seine Arbeiten, er verwendet auch Kohle oder Filzstifte. Nervös vor seiner ersten Ausstellung ausserhalb der Schule sei er nicht: «Ich bin gespannt und freue mich auf die Ausstellung», sagt Daniel Müller mit einem Lachen auf dem Gesicht.

Aktuelle Nachrichten