Die Geschichte der städtischen Jugendarbeit ist eine turbulente. Nach dem sich der Verein JugendKulturHaus Provisorium 8 per Ende 2016 überraschend zurückgezogen hatte, erfolgte ein reduzierter Übergangsbetrieb in den Räumen an der Rötzmatt 8: Der Eventraum wurde zwar bei einer guten Auslastung weiterbewirtschaftet und Freelancer versuchten, den Jugendtreff am Leben zu erhalten. Gleichzeitig aber stellte sich im Rahmen der Projektarbeit Kinder-, Jugend- und Familienförderung jedoch auch heraus, dass die jugendpolitische Ausrichtung einzig am ehemaligen Provi 8 eine überholte ist. Eine Stärkung der offenen Jugendarbeit sei angezeigt.

Im Zusammenhang mit einer Motion der Fraktion SP/Junge SP hat die Direktion Bildung und Sport im vergangenen September einen Zwischenstand zur Jugendarbeit mit den Elementen Jugendbüro und Jugendkultur vorgelegt, schreibt die Stadtkanzlei. Mit einem Jugendbüro wolle man die Bedürfnisse der Jugendlichen aufnehmen und sie dabei unterstützen, daraus entstehende Initiativen und Projekte zu verfolgen und entsprechende Verantwortung zu übernehmen. Auch im Bereich der Jugendkultur soll der teilhabende Ansatz Grundlage einer Neuausrichtung mit dem Eventraum im Provi 8 als Basis sein.

Für diesen Auftrag wurde kein lokaler Anbieter gefunden. Also wurden Gespräche mit zwei externen Anbietern geführt. Der Auftrag für die neue Oltner Jugendarbeit wurde schliesslich dem Verein Kinder- und Jugendförderung, Wohlen, erteilt, der in über 30 Städten und Gemeinden in den Kantonen Solothurn, Aargau und Zürich Mandate der offenen Jugendarbeit führt. Eine Fachperson mit 80 Prozent-Pensum und eine Zivildienststelle sollen zusammen mit Helferinnen und Helfern im Stundenlohn ab 1. August den Eventraum Provi 8 betreiben und neu ein Jugendbüro in einem Jugendmobil führen. Zum Programm gehören die Durchführung von Projekten wie auch die Mitarbeit bei der Neueinrichtung des ehemaligen Provi 8. Für den Betrieb bis Ende Jahr reichen die budgetierten Beträge aus; die Mittel ab 2019 werden auf der Basis einer Leistungsvereinbarung mit dem Budget 2019 beantragt.

Seit drei Jahren sind Bestrebungen für den Ganzjahresbetrieb einer Trendsporthalle in der Stadt oder Region Olten im Gange, wofür Private eine Genossenschaft gründeten. Im Zentrum steht der Standort der alten Brocki an der Industriestrasse, wo nun kurzfristig das acht Meter hohe erste Obergeschoss für einen Betrieb für zwei bis drei Jahren gemietet werden kann. Mittelfristig besteht die Möglichkeit, auch das Erdgeschoss zu mieten und beide Etagen in einen primär für den Kletterbereich bestimmten Neubau zu integrieren. Der Standort ist gut an den öV angebunden; im Gegensatz zum bestehenden Sommerbetrieb auf dem Aussenfeld des Eisstadions kommt es hier nicht zu Lärmbelästigungen. Bisher unterstützte die Stadt Olten den Sommerbetrieb von rund vier Monaten mit einem Betrag von 31 500 Franken. «Eine zusätzliche Anschubfinanzierung in der Höhe von 17 400 Franken, die der Stadtrat gesprochen hat, ermöglicht der Genossenschaft, am Standort alte Brocki einen attraktiven Ganzjahresbetrieb bis Ende Jahr zu starten», schreibt die Stadtkanzlei dazu. Mit dem Budget 2019 soll ein jährlicher Beitrag in der Höhe von rund 52 000 Franken für die Fortführung mit einer neuen Leistungsvereinbarung beantragt werden.