Zu den Sparaufträgen des Stadtrates gehörte auch die Standortüberprüfung der Jugendbibliothek. Einerseits bietet die unmittelbare Nähe von Stadt- und Jugendbibliothek Vorteile, beide zusammenzulegen ist aber aus räumlichen Gründen nicht möglich. Anderseits wird im Parterre des Stadthauses Platz frei, der nicht mehr von der Stadtpolizei benötigt wird.

Die Jugendbibliothek vom Standort an der Zielempgasse hierhin zu verlegen, könnte die Stadt von Kosten für den Gebäudeunterhalt entlasten.

So soll es jetzt auch sein, der Stadtrat hat die Verlegung definitiv beschlossen. Die Liegenschaft an der Zielempgasse im Besitz der Stadt, wo die Jugendbibliothek seit über 40 Jahren untergebracht ist, soll verkauft werden. Geplant ist der Umzug in den Sommerferien 2016. Das sollte einen nahtlosen Übergang ohne Betriebsunterbruch ermöglichen, allenfalls werde die Jugendbibliothek vier statt wie üblich nur drei Wochen Pause machen müssen, meint Leiter Roland Hochstrasser.

Für die Verlegung rechnet die Stadt mit einem Investitionsbedarf von rund 250 000 Franken, da die bestehende Infrastruktur am neuen Standort grösstenteils nicht mehr benutzt werden kann, sondern neu beschafft und eingerichtet werden muss. Dem stehen, neben dem Erlös aus dem Verkauf, tiefere Kosten durch den Wegfall des Unterhalts an der Zielempgasse gegenüber. Wie hoch die Einsparungen unter dem Strich sind, das konnte die Stadt gestern auf Anfrage allerdings nicht beziffern.

«Vorteile überwiegen»

In ihrer Mitteilung preist die Stadtkanzlei die Vorteile des künftigen Standorts: Nur 30 Meter von einer Bushaltestelle entfernt, nahe bei Parkplätzen und behindertengerecht erschlossen, das Foyer hinter dem Parlamentssaal kann für Veranstaltungen genutzt werden und die Jugendbibliothek werde für eine Belebung im Stadthausparterre wie auch an der Hübelistrasse sorgen.

Anfänglich sei er zwar von den Verlegungsplänen geschockt gewesen, inzwischen ist aber tatsächlich auch Jugendbibliothek-Leiter Roland Hochstrasser überzeugt, dass «die Vorteile überwiegen». Heute ist die Jugendbibliothek auf zwei Etagen untergebracht, der Betrieb auf einer Ebene sei praktischer und auch die Bücheraus- und -rückgabe lasse sich am neuen Standort effizienter gestalten. Weiter sei der Eingangsbereich mit Trottoir und Abstellplätzen für Fahrräder und Kinderwagen optimal, so Hochstrasser.

Was an der Zielempgasse geschieht, ist offen. Es hätten sich bereits Interessenten gemeldet, so Stadtschreiber Markus Dietler, die Liegenschaft wird aber zum Verkauf an den Meistbietenden ausgeschrieben. In den 1,5 Millionen, die für 2016 aus dem Verkauf von gemeindeeigenen Liegenschaften budgetiert sind, ist die Zielempgasse nicht enthalten.