Hinsichtlich Durststrecke für Oltens Finanzen scheint vorerst das Ärgste überwunden: Fürs kommende Jahr erwartet die Stadt im Budget wieder einen Gewinn von 2,875 Mio Franken bei einen unveränderten Steuerfuss von 108 Prozent. Eine schwarze Null sozusagen.

Der Selbstfinanzierungsgrad von 97,2 Prozent verrät zudem: Die vorgesehenen Investitionen über 10,5 Mio. Franken kann die Stadt weitgehend aus eigenen Mitteln finanzieren. Die Pro-Kopf-Verschuldung verharrt allerdings auf satten 4700 Franken.

Dennoch: Finanzdirektor Benvenuto Savoldelli bringts auf den Punkt: «Ich bin weitgehend zufrieden mit dem Budget 2017, auch wenn die höher ausfallenden Personalkosten das Bild leicht trüben.» Die Fakten:

Bei einem Aufwand von knapp 96 Mio. Franken und einem Ertrag von fast 99 Franken geht der Oltner Stadtrat im kommenden Jahr von einem Mehrertrag über rund 3 Mio. Franken aus. 1,44 Mio. Franken stammen aus dem operativen Gewinn, der Gewinn aus Finanzierung steuert rund 1,43 Mio. Franken bei.

Massgeblich zum Ergebnis tragen auch die geringeren Verpflichtungen bezüglich Finanzausgleich fürs Jahr 2017 bei: Gegenüber dem Vorjahr können diese rund 3,5 Mio. Franken tiefer budgetiert werden. Im Jahr 2016 hatte die Stadt den kantonalen Finanzausgleich noch mit über 6 Mio Franken alimentiert.

Gemäss Erwartungen muss die Stadt mit um 250 000 Franken höheren Personalkosten rechnen, was einer Steigerung von 0,7 Prozent entspricht. Zurückzuführen ist diese Zunahme auf höhere Besoldungskosten für Lehrkräfte (504 000 Franken). Im Gegenzug bringen tiefere Überbrückungsrenten eine Entlastung in Höhe von 256 000 Franken.

Auch der Sachaufwand erfährt, entgegen dem Trend der letzten Jahre, eine Steigerung um 642 000 Franken oder 4,3 Prozent. Ursachen: das neue Rechnungsmodell HRM 2, bisher nicht im Budget ausgewiesene Arbeiten der sbo im Zusammenhang mit der Weihnachtsbeleuchtung (rund 140 000 Franken), einmalige Anlässe und Mehrkosten im Zusammenhang mit den bevorstehenden Wahlen.

Bei den Steuereinnahmen rechnet die Stadt mit einem Mehrertrag von 2,765 Mio. Franken. Davon stammen 1,2 Mio. aus der Schatulle von natürlichen Personen und solchen, die der Quellensteuer unterliegen. 1,4 Mio. Franken stammen von den juristischen Personen. Diese doch eher optimistischen Annahmen rechtfertigten sich aus dem Bevölkerungszuwachs und der Steuerkraft zugezogener Bevölkerungsteile, so Savoldelli.

Nach wie vor bleiben die Nettoinvestitionskosten auf bescheidenem Niveau. Mit 10,5 Mio. Franken liegen sie immerhin um knapp 2,5 Mio. Franken höher als im Vorjahr. Der Löwenanteil (6,5 Mio.) entfällt allerdings auf werterhaltende Investitionen; es entsteht also damit nichts wirklich Neues. Lediglich 1,8 Mio. Franken werden für Neuerungen eingesetzt.

Das Investitionsvolumen ist bewusst tief gehalten, damit dieses aus dem operativen Cashflow (10,2 Mio. Franken), des Einnahmen-Ausgaben-Saldos aus betrieblicher Umsatztätigkeit, finanziert werden kann. «Der Stadtrat ist sich bewusst, dass sich just im Bereich der Investitionen ein Nachholbedarf gebildet hat», so Savoldelli. Ein Blick ins Strandbad etwa würde dies verdeutlichen.

Einbussen weist das Budget auch im Bereich der Finanzerträge auf. Rund 1,5 Mio. Franken fehlen im veranschlagten Stadtsäckel, weil die im Budget des vergangenen Jahres aufgeführten Buchgewinne aus Liegenschaftsverkäufen fehlen.