Es gab viel Vorschusslorbeeren für den «Ässpunkt» Food Court im Juni vergangenen Jahres, als er an ausgezeichneter Lage seine Tore öffnete: Kirchgasse, Innenstadt; das verhiess doch einiges. Das Gastrokonzept war neu: Vier Themenküchen und richtig leckere Säfte sowie ein Waffelsortiment unter einem Dach. So etwas an einem festen Platz hatte nicht nur die Stadt Olten noch nie gesehen.

Aber: Bereits nach sieben Monaten ist Schluss. Am vergangenen Mittwoch hielt der «Ässpunkt» letztmals seine Tore offen. Gestern Donnerstag kam das endgültige Aus. Zur Überraschung der Kundschaft. Gegen 11 Uhr jedenfalls, der üblichen Öffnungszeit, taten sich doch einige Kunden schwer damit, akzeptieren zu müssen, vor verschlossenen Türen zu stehen. Eine Notiz am Eingang hinterliess den Vermerk, dass der Food Court «heute» geschlossen bleibe.

Guter Anfang

Sibylle und Thomas Peyer waren Erfinder und Betreiber des «Ässpunkt» zugleich. «Der Anfang», so Thomas Peyer, «lief sehr gut.» Knapp 930 Gäste zählte man an einem Spitzentag, der nahe beim Eröffnungstermin von Mitte Juni lag. Dann folgte, aus unterschiedlichen Ursachen, der stete Rückgang der Kundenfrequenz. Gründe dafür gabs nach Ansicht des Unternehmerehepaars schon. Zum einen waren da Schwierigkeiten mit dem Lüftungssystem, welche zwar in Etappen, aber letztendlich erfolgreich erst im Dezember vollständig behoben werden konnten. Zum andern hatte das Unternehmerehepaar auch die Umgestaltung der Bareinrichtungen vorangetrieben und realisiert. Auf Anregungen der Kundschaft hin. Und wegen ausbleibender Kundenakzeptanz wechselte der Betrieb von Einweg- zu Mehrweggeschirr. Und schliesslich organisierten die Betreiber selbst den Service um: weg von der Selbstbedienung, hin zum Halbservice. «Die Bestellung wurde an den Tisch gebracht», so Sibylle Peyer.

Letztlich ging das alles mit Kosten einher, die jenseits der veranschlagten Gelder zusätzliche monetäre Aufwendungen notwendig machten. «Wir haben uns mit dem Betrieb sicher keine goldene Nase verdienen wollen», sagen Sibylle und Thomas Peyer unisono; sondern mit dem Angebot die Kirchgasse beleben und auch bereichern wollen. «Aber irgendwann ist auch ein Schlussstrich zu ziehen», bilanziert Thomas Peyer. Denn frisches Geld, um bei einem allfälligen Weiterbetrieb des «Ässpunkt» allenfalls künftige Ertragslücken zu kompensieren, das blieb aus. Eine bittere Erkenntnis für das Ehepaar Peyer, welches mit viel Leidenschaft das Projekt vorantrieb. Das Supplement der rotfarbenen Bobby Cars für die kleinen Gäste ist noch immer in vieler Leute Mund.

Stammkundschaft entstanden

«Es gab treue Kunden und zusehends auch eine Stammkundschaft», weiss Sibylle Peyer. «Ihnen und all unsern Kunden eine Freude gemacht zu haben, das stellt uns zufrieden.» Ein Zeichen auch dafür, dass die Idee des domestizierten Streetfood-Angebots, so lässt sich die «Ässpunkt»-Idee kurz zusammenfassen, durchaus seine Liebhaber hatte. «Super Ort, auch am Sonntag schnell mal Essen zu gehen oder am Nachmittag mit Kindern ein Kaffee zu trinken. Es hat Bobbycars zum Ausleihen und Malkreide. Beides darf man auf dem gesamten Kirchplatz brauchen. Echt toll», schrieb Sybille Rieder in einer Google-Rezension noch vor zwei Monaten.