Eigentlich, ja eigentlich ist das Kleinwasserkraftwerk an der Dünnern in Olten einsatzbereit: Die Sicherheitstests sind bestanden, von der a.en genehmigt, und auch der Kanton zeigt grünes Licht. Und die ADEV Wasserkraftwerk AG verkündete in einer Mitteilung die Frohbotschaft «Das Kraftwerk ist am Netz!». Und doch: Beim Wasserkraftwerk herrscht noch tote Hose, denn das Wichtigste fehlt: das Wasser.

«Es ist unbefriedigend», sagt Andreas Appenzeller, Projektbetreuer und Geschäftsleiter der ADEV Wasserkraftwerk AG, die seit Oktober 2014 den Bau des Kraftwerks realisiert. Die Anlage sei zwar am Netz, und somit sei der grösste Meilenstein erreicht. «Die Anlage funktioniert.»

Solange aber nicht genug Wasser in der Dünnern fliesse, könnten bestimmte Arbeiten beziehungsweise Einstellungen und Tests nicht durchgeführt werden. Zum Beispiel das Einstellen der Klappe bei der Gheidbrücke. Dies könne man nur tun, wenn zuerst mal genug Wasser fliesse. Bis dahin kann die Inbetriebnahme noch nicht abgeschlossen werden, so heisst es auch in der Mitteilung der Liestaler Firma.

Hoffnung für Neujahr

«Während des zwei- bis dreistündigen Probelaufs am Mittwoch, produzierte die Anlage nur 10 Kilowatt Strom», sagt Appenzeller. Anstatt 370 Kilowatt, wie es bei genügender Wassermenge erwartet wird. Andreas Appenzeller lacht. «Jetzt gibt die Natur vor, wie schnell wir die Arbeiten abschliessen werden», sagt er.

Bereits im Frühjahr spielte das Wetter nicht mit: Hochwasser verzögerte die Arbeiten am Kleinwasserkraftwerk. Zudem stiessen die Bauarbeiter auch auf Altlasten wie Ölrückstande im Boden. Diese hatten sich auf dem Areal durch die industrielle Nutzung der Kleinwasserkraft während vieler Generationen angesammelt.

Wie genau ist laut Appenzeller noch heute ungeklärt. Dank dem trockenen Sommer konnte dann wieder aufgeholt werden. Mit solch starken Nachwehen hatten die Arbeiter aber nicht gerechnet. «Es ist ganz klar ein Ausnahmejahr», sagt Appenzeller. Er hofft darauf, dass die Anlage an Neujahr definitiv laufen wird.

«Betreibbar, Netz-fertig»

Die Wassermenge wird laut Appenzeller derzeit in der unterirdischen Kraftwerkzentrale beobachtet, deren Eingang sich unauffällig bei der Turbinen-Anlage befindet. Die unterirdische Station sei aber ästhetisch noch eine kleine Baustelle. Erst im Sommer, wenn eine offizielle Einweihung geplant ist, sollte alles – drinnen und draussen – picobello glänzen. Denn auch draussen sieht es noch nicht nach einem fertigen Werk aus. «Die Anlage ist aber betreibbar, am Netz. Deshalb ist sie für uns fertig», sagt Appenzeller. Das Aufräumen um die Anlage herum, sei nur noch ein Feinschliff.

Fast fertig sieht dafür die Betontreppe aus, die bei der Hammerallee, Richtung Provi 8 führt. Fussgänger dürfen diese aber noch nicht benützen. Das Geländer fehlt. «Da gab es leider eine Lieferverzögerung», sagt Appenzeller. Ansonsten hätte man die Treppe bereits eröffnet – noch vor dem vorgesehenen Termin, wie er sagt.