Es war ein «Trick» vonnöten, um den vom Schweizer Fernsehen geforderten Jugendjasser eruieren zu können. Das OK für den «Donnschtig-Jass» in Olten zeigte sich dabei kreativ und organisierte kürzlich ein kleines Jugendjassturnier im Frohheimschulhaus.

Mit Aussicht auf einen schulfreien Morgen traten sodann drei Jasser und eine Jasserin gegeneinander an – der vierte Jasser musste krankheitsbedingt absagen. Unterstützt wurden die Jugendjasser von zwei erfahrenen Jassern in den Personen von Roland Vogt und Beat Zürcher, von Stadt- und OK-Präsident Martin Wey sowie diversen weiteren OK-Mitgliedern. Die Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 16 Jahren gingen hoch konzentriert ans Werk. Die Spannung war zeitweise im Schulzimmer richtiggehend greifbar.

Mit einer Ausnahme waren alles unerfahrene Jasser dabei und daher war die Unterstützung durch die «alten» Hasen willkommen. «Diese Karte?», fragte Gian Conz mit unsicherem Blick Beat Zürcher und zeigte dabei auf eine seiner Karten. Zürcher nickte ruhig und Gian Conz spielte das entsprechende Blatt aus. Veli Özbek nahm jeweils am Ende einer gespielten Runde die Rechenkenntnisse von Stadtpräsident Martin Wey zu Hilfe, da er die Werte der einzelnen Karten nicht kannte.

Nur einem ging das alles manchmal ein wenig zu lange, Jeremy Strutz. Er hatte im Vergleich zu seiner Konkurrentin und seinen beiden Konkurrenten aber einen Wettkampfvorteil. «Ich jasse seit meinem sechsten Lebensjahr, stets wenn ich bei meinen Grosseltern bin», erklärte der Siebtklässler. Er kennt sich ausserdem sowohl mit den französischen wie auch den deutschen Karten aus. Das war ein weiterer Vorteil gegenüber seiner Konkurrenz. Der Sieger, und somit der Oltner Jugendjasser, kristallisierte sich mit Jeremy Strutz daher rasch heraus.

Der erfahrene Jasser Beat Zürcher zeigte sich positiv überrascht vom Engagement der jungen Leute. «Eigentlich ist es schade, dass nicht mehr Jugendliche hier waren. Schliesslich ist Jassen ein Gesellschaftsspiel und fördert das Kopfrechnen», so Zürcher. «Jeremy Strutz ist mit seinen Fähigkeiten natürlich ein Glücksfall fürs Oltner Jassteam, ohne die Leistung der anderen Jugendjasser schmälern zu wollen.»

Besonders strich Zürcher die Teilnahme von Elvira Baftijari hervor. Dass sie als einziges Mädchen gegen drei Jungs angetreten sei, sei mutig, fand Zürcher lobend. Ohnehin dürfen nun alle vier mit nach Bonstetten oder Küsnacht ZH reisen, um das Oltner Team vor Ort im Duell gegen Subingen zu unterstützen. Die Vorfreude ist bei Jeremy Strutz auf jeden Fall riesig. Nicht weniger über seine Teilnahme werden sich die Grosseltern freuen, ist er überzeugt.

Mit Simon Haller (Telefon-Jasser), Marcel Bachmann (Tisch-Jasser) und Evelyn Rohrer (Tisch-Jasserin) wurde bereits der Rest des Oltner Teams am 28. April ausgejasst. Jeremy Strutz komplettiert dieses Trio nun als Jugend-Jasser.