Olten
Jeder vierte Parlamentssitz ist nach Hälfte der Legislatur neu besetzt

Exodus aus dem Oltner Gemeindeparlament: Nach exakt der Hälfte der Legislatur haben 13 von 50 Parlamentssitzen einen neuen Mandatsträger oder eine neue Mandatsträgerin gefunden.

Urs Huber
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Ab nächster Legislatur werden hier noch 40 Parlamentarier Platz nehmen.Bko/Archiv

Ab nächster Legislatur werden hier noch 40 Parlamentarier Platz nehmen.Bko/Archiv

Bruno Kissling

Was vor rund vier Jahren schon Thema war, wiederholt sich. Damals berichtete diese Zeitung darüber, dass 20 Prozent der Parlamentssitze in Olten nach Hälfte der Legislatur neu vergeben werden mussten. Nun präsentiert sich die aktuelle Lage eher noch angespannter. Nur rund drei Wochen bevor die zweite Hälfte der Legislatur mit der neuen Parlamentspräsidentin Sarah Früh ihren Auftakt nimmt, ist festzustellen: Mittlerweile sind es 25 Prozent der Sitze, die neu besetzt werden mussten.

Grosse am meisten gebeutelt

Schon im Frühjahr 2011 waren die Gründe der Rücktritte dieselben wie heute: Wegzug, berufliche Neuorientierung, Alter, Familienzuwachs. Tendenziell nehme die Fluktuation im Parlament zu, war damals von offizieller Seite zu erfahren. Die schnelllebige Zeit und ein gewisses Mass an Individualismus würden diese Entwicklung wohl beschleunigen; auch wenn über generelle Ursachen bloss gemutmasst werden könne.

Speziell die grossen Fraktionen im Olten Gemeindeparlament sind von der Personalfluktuation betroffen. Was der SP auf 4 von 13 Positionen widerfuhr, geschah auch der zweitstärksten Fraktion, der FDP. Sie hatte bei 12 Mandaten ebenfalls vier Vakanzen neu zu besetzen.

Im Falle jener von Sandro Gervasoni gleich im doppelten Sinne: Dessen Nachfolger Mike Zettel zog nach nur wenigen Parlamentssitzungen die Reissleine und verabschiedete sich vom Parlamentsbetrieb. Zum Nachfolger Zettels wurde Max Husi gewählt, der letzte verbliebene freisinnige Name auf der einstigen Liste 5. Selbiges gilt auch für die SP, die mit Fritz Buser nun den einst letzten Namen auf der Wahlliste im Parlament weiss.

Zwei Rücktritte hatte auch die CVP zu verdauen, konnte die Lücken mit Wolfgang von Arx (für Thomas Pfluger) und Moritz Segna (für Roland Rudolf von Rohr) schliessen. Derzeit figuriert mit Daniel Grob noch ein verbliebener Name auf der einstigen Wahlliste vom Frühling 2013.

Komfortable Lage der SVP

Ebenfalls zwei Rücktritte hat die SVP zu verkraften, die mit David Wenger schon früh zu einem Wechsel der Mandatsträger gezwungen war. Ernst Eggimann rückte nach. Mittlerweile sieht sich die Partei auch mit dem Rücktritt Kilian Schmidigers konfrontiert, als dessen Nachfolgerin Franziska Erzinger vorgesehen ist. Die SVP befindet sich allerdings in der komfortablen Lage, noch über einige Namen auf der Liste 1 zu verfügen.

Auch die Grünen bleiben aktuell nicht verschont von Mandatswechseln. Mit Anna Engeler (seit 2005 im Parlament) verlässt die letzte Vertreterin der einstmals jungen Garde den Parlamentsbetrieb. Als Nachfolger ist Yann Schlegel vorgesehen. Bezüglich Nachfolgekandidaten befinden sich die Grünen dank geringer Wechsel in einer komfortablen Situation.

Unberührt vom scheinbaren Fluktuationsdrang geblieben sind die Grünliberalen und die EVP. Mit je zwei Sitzen bilden die beiden Kleinparteien eine Fraktionsgemeinschaft mit der CVP und verfügen, wie die Grünen, dank wenig Austrittlüsten über eine solide Basis auf der Ersatzbank.