Die «Schnäggehalle» war gut gefüllt am Donnerstagabend in Boningen: Eltern, Grosseltern, Gotte und Götti wollten dabei sein, als die 20 Kindergärtler und 55 Schulkinder sowie ihre Lehrerinnen und Lehrer zur diesjährigen Schulschlussfeier einluden. Unter dem Motto «Unser Traum – ein Lesebaum» zeigten die Kleinen auf ihre Art einen Querschnitt durch das vergangene Schuljahr.

Die Kindergärtler etwa führten «Jim Knopf, der Lokomotivführer» als Theaterstück auf und zeigten den Anwesenden, wie sich unerwartete Probleme mit Erfinderreichtum und gegenseitiger Hilfe lösen lassen. Vorgängig hatten sie bereits im Rahmen der Schultheaterwoche in Solothurn ihre «Hauptprobe». Nun konnten sie den Angehörigen das Gelernte mit viel Herz und Einsatz zeigen, nicht ohne anzumerken, dass es bei allem «eine Prise Liebe» braucht.

Die Erst- bis Sechstklässler ihrerseits hatten sich als regelrechte Leseratten betätigt: Seit vergangenem August konnten sie ihren ausgestellten «Lesebaum» mit 844 Blättern behängen; ein Blatt entsprach einem gelesenen Buch. «Dies entspricht einem Schnitt von 15 bis 20 Büchern pro Kind», bemerkte Schulleiter Patrick Grob stolz. Kontrolliert wurde dies mit dem Prüfsystem «Antolin». Das Ergebnis zeigt, dass es auch heute noch möglich ist, die Kinder weg von der Spielkonsole hin zum Schmökern zu locken. Mit beigetragen hatte wohl auch der Bücherbus, der die Schule Boningen im vergangenen Schuljahr besucht hatte, und auch die selbst gezimmerte Lesetreppe dürfte wohl noch längere Zeit zum Lesen verweilen.

«Herz am rechten Fleck»

Grob war es auch vorbehalten, die neuen Sechstklässler zu verabschieden, deren neuer Schulweg nach den Sommerferien nach Olten an die höheren Stufen führen wird. Er attestierte ihnen mit grosser Freude, sie seien zwar manchmal etwas laut gewesen, «doch Ihr seid eine soziale, tolle Klasse mit einem guten Klassengeist und dem Herz am rechten Fleck». Sie durften aus seiner Hand ein entsprechendes Diplom entgegennehmen – als «reife junge Menschen mit einem Blick für das Ganze».

Nach der Verabschiedung von Heilpädagogin Franziska Oehler sowie Maria Brönnimann und Bernadette Steinemann (Schulhilfen im Kindergarten) war es an der gesamten Kinderschar, ihre Sechstklässler mit dem sinnigen Lied «Gang du din Wäg» zu verabschieden. Unter der Leitung von Barbara Dollinger hatte der Chor schon mit dem Lied «Banuwa» den Anfang gemacht. Danach war der Weg frei zum ungezwungenen Beisammensein samt Apéro, den die Elternkontaktgruppe organisiert hatte.