Kunst
Jean Mauboulès aus Bellach stellt im Kantonspital Olten aus

Es ist ein langer intensiver schöpferischer Weg, bis ein Künstler dort ankommt, wo heute Jean Mauboulès aus Bellach steht. Man erlebt seine Zeichnungen und Objekte im Eingangsbereich, im Korridor und im Restaurant des Spitals auf eine ganz besondere Art, in unterschiedlichen Abstufungen und Emotionen.

Madeleine Schüpfer
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Jean Mauboulès’ «Stahl» als Begleiter.

Jean Mauboulès’ «Stahl» als Begleiter.

Bruno Kissling

Jean Mauboulès minimalistische Zeichensprache ist von beeindruckender Aussagekraft, und steht man zu Beginn fast ein wenig sprachlos vor seinen Bildaussagen, so bekommen diese beim intensiven Betrachten, in der persönlichen Auseinandersetzung eine wundersame, berührende Aussagekraft.

Spuren hinterlassen

Jean Mauboulès, bekannt in der ganzen Schweiz, hat über die Landesgrenzen hinaus seine Spuren hinterlassen und hinterlässt sie immer noch. In Olten ist er eine bekannte Persönlichkeit, er hat unzählige Ausstellungen im Kunstmuseum, im Stadthaus Olten und andernorts inszeniert.

In Erinnerung ist seine minimalistische, reduzierte formale Gestaltung geblieben. Linien, geometrische abschweifende Formen, Zeichnungen, Papierarbeiten in klaren Definitionen. Nichts wird dem Zufall überlassen, alles ist durchdacht, und doch haben seine Aussagen auch eine spielerische Komponente.

Seine künstlerische Sprache zeichnet sich durch eine besondere Art von Sprachlosigkeit aus. Nicht auf Anhieb, sondern erst wenn man beginnt, sich in diese zeichnerische Materie hinein zu denken, erkennt man die Aussage.

Man ortet Striche, Linien aus Tusche auf Transparentpapier, streng angeordnet wie bei den Bildern im Restaurant. Man erkennt unterschiedliche Ausrichtungen, feine Schatten werfend. Auch die collageartigen Zeichnungen nehmen gefangen, vor allem jene kombiniert mit Glas.

Da gibt es Aussagen voller Poesie und Zärtlichkeit, ein helles Grün, Glas wie ein Spinnennetz konstruiert im Kontrast zu einer schwarzen Form, andere in Verbindung mit Farben, fein zurückgenommen. Man erkennt Papierfaltungen in Weiss, dann wieder Papier, das aus einem Stück Papier herauswächst, immer spielt der Künstler mit Einfällen, die durch Klarheit bestechen.

Viel Schönheit

Viel Schönheit ruht in diesen zeichnerischen Aussagen. In der Eingangshalle Rechterhand vor der weissen Wand entdeckt man das Objekt aus Stahl, ein kleineres gerundetes steht am Anfang des Korridors.

Das Konstrukt in der Halle ist von spielerischer Transparenz geprägt, quadratische, rechteckig abschweifende Elemente, hauchdünn formuliert auf einer Querlinie, eine rote runde Markierung, ein einzelnes bogenähnliches Gebilde im freien Raum- man kommt ins Träumen, beginnt mit den Formen zu spielen und eine Leichtigkeit macht sich im Betrachter frei, so als könnte er das Leben auf eine besondere Art einfangen, mit seinen schönen Seiten, mit den spielerischen.

Zur Vernissage zeichnete Peter Jeker ein lebendiges Bild des Künstlers, die musikalische Umrahmung kreierte das Duo Stellamar mit Marcel Kruzi Wyss, Sopransaxophon, und Basso Salerno, Akkordeon. Eine faszinierende und begeisternde Kombination.