Fulenbach
Jahresrechnung 2017: Nicht mehr als zufriedensstellend

Der Gemeinderat Fulenbach verabschiedet eine positive Jahresrechnung 2017. Die Rechnung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 85'875.72 Franken ab.

Willi Bhend
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Der sorgsame Umgang mit den Finanzen bleibt in Fulenbach eine Daueraufgabe.

Der sorgsame Umgang mit den Finanzen bleibt in Fulenbach eine Daueraufgabe.

Bruno Kissling/Archiv

An seiner letzten Sitzung befasste sich der Gemeinderat Fulenbach auch mit der Jahresrechnung 2017. Diese schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 85'875.72 Franken ab. Auf den ersten Blick erfreulich, wurde doch im Budget noch mit einem Aufwandüberschuss von 46'400 Franken gerechnet. Im Detail sieht man schnell, dass dieser Abschluss vor allem der Auflösung einer Vorfinanzierung im Zusammenhang mit der damals geplanten Strassen-Instandstellung Fahrrain zu verdanken ist.

Eigentumsstrategie

Mit der Gründung der Elektra Fulenbach EFU vor 10 Jahren (2008) wurde vertraglich festgelegt, dass zwischen der Eigentümerin (Gemeinde Fulenbach) und der Versorgungsgesellschaft EFU eine Eigentumsstrategie abgeschlossen ist. Diese Eigentumsstrategie wird vom Gemeinderat erarbeitet und wird anschliessend gegenseitig als behördenverbindliche Verpflichtung gemeinsam unterzeichnet. Die EFU hat sich somit an den Grundbedürfnissen der Eignerin auszurichten. In diesem gesetzten Rahmen kann sich die EFU als eigenständige öffentlich-rechtliche Unternehmung selbstständig bewegen. Die letzte Eigentumsstrategie wurde im Jahr 2012 bis 2017 abgeschlossen. Die darin manifestierten Ziele wurden grösstenteils im Interesse der Eignerin erreicht. Die Gemeinde setzt in der neuen Eigentumsstrategie auf Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Versorgungssicherheit, wirtschaftliche Tarife und Dienstleistungsqualität. Ebenso soll im Zuge der nächsten 4 bis 5 Jahre eine efu-eigene Solaranlage auf einem öffentlichen Gebäude realisiert werden können, damit die Gemeinde oder eben ihre Versorgungsgesellschaft einen weiteren Beitrag zur Eigenproduktion und Nachhaltigkeit im Energieversorgungsmarkt leisten kann. (wbf)

Weniger investiert

Die Gemeinde investierte gemäss Investitionsrechnung im Rechnungsjahr brutto rund 865'000 Franken. Die Nettoinvestitionen hingegen belaufen sich auf 270'676.19 Franken gegenüber den budgetierten 659'300 Franken. Grund dafür: Vor allem die Verzögerung bzw. Verspätung bei der Sanierung Schmiedengasse. Die Einnahmen aus den Anschlussgebühren liegen zudem deutlich über Budget (34 Prozent).

Die Regionale Zivilschutzorganisation Gäu (RZSO Gäu) liegt bei einem Nettoaufwand von 234'558 Franken nur gerade 2900 Franken über Budget. Der Anteil, den Fulenbach zu berappen hat, beträgt 18'219 Franken. Der Umsatz bei der Sozialregion Untergäu (SRU) steigt weiter auf 21,27 Millionen Franken. Die Kosten werden nach Einwohnerzahl aufgeteilt, was Fulenbach einen Aufwand von 1,50 Millionen Franken beschert. Das entspricht einer Zunahme von 4,61 Prozent zum Vorjahr.

Bei der Wasserversorgung Wolfwil-Fulenbach liegt der Aufwand um 9000 Franken unter Budget, was vor allem Einsparungen beim Unterhalt zu verdanken ist. Die Kosten der Wasserversorgung werden wie bis anhin mit 4/7 für Wolfwil und 3/7 für Fulenbach auf-geteilt.

Unterhalt forciert

Die Gemeinde hat im Geschäftsjahr 2017 viel in den Unterhalt der öffentlichen Schutzräume beim Werkhof investiert. So wurden beispielsweise neue Duschen installiert. Ziel dieser Investitionen: Mehr Militäreinquartierungen ermöglichen, welche Einnahmen generieren. Grundsätzlich fällt auf, dass die ordentlichen Abschreibungen durchweg höher sind als budgetiert. Der Bereich «Verkehr» schliesst um 217'000 Franken besser ab als vorgesehen. Dies hängt jedoch mit der eingangs erwähnten Auflösung der Vorfinanzierung Fahrrain zusammen. Vor fünf Jahren eröffnete der Kanton, dass die Gemeinde Fulenbach einen grösseren Beitrag an die geplante Sanierung Fahrrain leisten müsse. Daraufhin hat der Gemeinderat nach dem Vorsichtsprinzip eine Vorfinanzierung vorgenommen.
Eine solche Vorfinanzierung ist ein rein buchhalterischer Vorgang. Gemäss den Rechnungslegungsvorschriften sind solche Vorfinanzierungen spätestens nach fünf Jahren aufzulösen. Dies führte nun im Geschäftsjahr 2017 zu einem ausserordentlichen Ertrag von 200'000 Franken.

Spezialfinanzierungen auf Kurs

Auf gutem Kurs sind die Spezialfinanzierungen: So schliesst die Wasserversorgung mit einem Ertragsüberschuss von 82'241,24 Franken ab. Die Abwasserbeseitigung erwirtschaftete einen Ertragsüberschuss von 69'203.82 Franken. Die Abfallbeseitigung wiederum schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 25'012 Franken ab. Hier fällt die Zunahme beim Verkauf von Containermarken (15 Prozent) sowie die markante Zunahme von Altglas und Alu/Weissblech auf. Die Forstwirtschaft verzeichnet bereits zum vierten Mal in Folge einen Ertragsüberschuss von 21'879 Franken.

Haushälterischer Umgang

Am Schluss zieht der Gemeinderat das Fazit, dass die Jahresrechnung 2017 ohne die Auflösung der Vorfinanzierung defizitär abgeschlossen hätte. Diese Erkenntnis sowie die Tatsache, dass auch die Vorjahre jeweils nur durch Landverkäufe positiv abgeschlossen haben, machen dem Gemeinderat bewusst, wie haushälterisch in den nächsten Jahren mit den vorhandenen finanziellen Ressourcen umgegangen werden muss.