Es war eine gewisse Leere im Raum spürbar, als der Entscheid definitiv war. Gleichwohl war sich das OK einig: Der 8. Adventsmarkt ist auch der Letzte seiner Art. Dass der Adventsmarkt im Klostergarten irgendwann nicht mehr weitergeführt werden kann, war dem aus Klosterbrüdern und Weltlichen zusammengesetzten OK immer bewusst.

Schliesslich sind Guardian Josef Bründler und Bruder Werner Gallati die treibenden Kräfte hinter dem Adventsmarkt. Solange es ihre Gesundheit zulässt und die ganze Klostergemeinschaft dahintersteht, solange soll es auch den Adventsmarkt geben.

Dass jetzt weder das Eine noch das Andere Grund für das abrupte Ende des erfolgreichen Adventsmarktes ist, ist umso bitterer. Das Datum macht dem OK nächstes Jahr nämlich einen Strich durch die Rechnung.

Im Jahre 2017 fällt der 4. Advent auf den Heilig Abend. Diverse Organisatoren müssen daher ihren Weihnachts- oder Adventsmarkt auf einen der vorhergehenden Adventsonntage legen. In der Folge versuchte auch die Pro Regio Huttwil − von wo das Oltner OK die Ausstellerhäuschen bezieht − ihre Chalets optimal vermieten zu können.

«Bei dieser ‹Umplanung› hatten wir nebst der benötigten Anzahl auch den Bedarf der verschiedenen Häusertypen einzubeziehen bzw. zu berücksichtigen», hiess es in einer Mail an das OK des Oltner Adventsmarkt. Am zweiten Adventssonntag 2017 wurden folglich andere Märkte berücksichtigt und dem Oltner OK eine Absage erteilt.

Kein Ausweichdatum

Eine Erklärung die das Oltner OK zu akzeptieren habe, auch wenn es schwerfalle, da seit Beginn des Adventsmarktes die Chalets immer für das zweite Adventswochenende gemietet worden seien, wie OK-Mitglied Marie Theres Engeler sagt.

Am ersten Adventwochenende 2017 sind die Chalets ebenfalls nicht verfügbar und der dritte Advent kommt für die Klostergemeinschaft nicht infrage. «Zu dem Zeitpunkt befinden wir uns in den weihnächtlichen Vorbereitungen, sowie mitten in der adventlichen Besinnung. In dieser Zeit noch den Adventsmarkt durchzuführen wäre zu aufwändig für unsere Klostergemeinschaft und wir könnten unseren liturgischen Pflichten kaum mehr nachkommen», so Bruder Werner Gallati.

Das OK blieb trotz der Absage aus Huttwil nicht untätig und schaute sich in der ganzen Schweiz nach Ersatzchalets um. Leider waren mit einer Ausnahme ebenfalls alle anderen Anbieter bereits ausgebucht.

Der übrig gebliebene Anbieter hätte statt der benötigten 43 Chalets nur deren 24 zur Verfügung stellen können. Beinahe eine Halbierung des Adventsmarktes erschien dem OK wenig sinnvoll. Die nächsten Anbieter befanden sich im Ausland. Die Transportkosten erwiesen sich allerdings als zu hoch.

Klostergartenfest als Alternative

Eine Alternative wäre natürlich gewesen, Chalets zu kaufen. Aus Kosten- und Lagerungsgründen wurde diese Idee aber rasch wieder verworfen. Ebenfalls die letzte Idee, nämlich einmal auszusetzen und im Jahre 2018 wieder einzusteigen. Das OK war einhellig der Meinung, dass bereits mit einem einmaligen Aussetzen der Adventsmarkt an Bedeutung verlieren würde. Erst recht, wenn jemand nächstes Jahr in die Bresche springen sollte.

Schliesslich besteht die Idee eines Weihnachtsmarkts in der Begegnungszone seit längerem. Und diversen Mitgliedern des OK Adventsmarkt im Klostergarten ist zu Ohren gekommen: Ein solcher ist bereits in Planung.

Das OK des Klostergartens ist aber nicht Urheber davon. «Der spezielle Charme des Klostergartens ist mit Nichts zu ersetzen. Das haben uns auch die zahlreichen Feedbacks von Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Schweiz über all die Jahre gezeigt», so OK-Chef und Guardian Josef Bründler.

Der Adventsmarkt findet also ein jähes Ende und will sich mit der achten Auflage gebührend verabschieden. Das OK brütet aber bereits an neuen Ideen. Schliesslich entstand die Idee des Adventsmarktes nach dem Klostergartenfest im Jahre 2005, mit welchem der neu gestaltete Klostergarten eingeweiht wurde.

Einige damalige OK-Mitglieder sind auch noch heute im OK des Adventsmarkts mit dabei. «Wir haben keinen Stress bei der Planung. Aber wir möchten im Jahre 2018 am ersten Juliwochenende wieder ein Klostergartenfest durchführen. Die Idee ist, dieses danach alle zwei Jahre am selben Wochenende zu wiederholen, immer abwechselnd mit dem Schulfest», so Josef Bründler.

Denn was er und seine Mitbrüder am Adventsmarkt im Klostergarten besonders schätzen, seien die Begegnungen mit den Menschen. Das möchten seine Brüder und er auf keinen Fall verlieren und noch so oft wie möglich erleben können. Als Nächstes am letzten Adventsmarkt im Klostergarten anfangs Dezember.