Eine Woche lang haben sich Studentinnen und Studenten Indien zur Brust genommen. Warum? Der Subkontinent verspricht – zusammen mit andern Wirtschaftsräumen – Wachstumsraten.

Focus India heisst das Projekt, welches an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) zusammen mit Insight China und connectUS zum Standard wirtschaftlicher Ausbildung gehört.

In Ersterem wurden während der auslaufenden Woche Fragen zu «Etiquettes and appropriate behaviour» (Umgangsformen und angemessene Verhaltensformen), «How to address cultural biases at work» (wie der kulturellen Voreingenommenheit am Arbeitsplatz begegnen) oder «What will drive Innovation in Asia?» (Was treibt die Innovationskraft in Asien an?) angegangen.

Podium als Höhepunkt

Höhepunkt der Seminarwoche aber war die gestrige Podiumsdiskussion unter der Prämisse Innovation und Nachhaltigkeit, welche von den rund 60 Studentinnen und Studenten aller drei Projekte besucht wurde.

Markus Stierli, CS; Evert Dijkstra, Phonak; Petra Kugler, FHS St.Gallen; Ganesh Nathan, FHNW; Willi Pillinger, Accenture und Ylva Stiller, Syngenta, diskutierten unter der Leitung von Michael Jeive, FHNW, über Anwendung und Bedeutung dieser beiden Begrifflichkeiten.

Nachhaltigkeit ohne Innovation

Und es gab durchaus kontroverse Ansichten, zumal in der vielköpfigen Wirtschaftsrunde auch die Haltung zirkulierte, das eine, Innovation, bedinge das andere (Nachhaltigkeit) oder umgekehrt, während die Meinung, wonach das eine das andere ausschliesse, ebenfalls gehört wurde.

Es gab sogar die Haltung, mit dem Begriff Nachhaltigkeit zurückhaltend umzugehen (Dijkstra), bei Phonak rede man lieber von sozialer Verantwortung. Zudem sei Nachhaltigkeit nicht ausschliesslich im ökologischen Kontext zu verstehen, meinte etwa Petra Kugler, sondern finde durchaus auch im Bereich des betrieblichen Arbeitsklimas ihren Niederschlag.

Einig waren sich aber alle, dass Nachhaltigkeit und Innovation nicht bloss Worthülsen oder gar Modeströmungen seien. Klar würden diese Begriffe auch im Sinne des Marketings genutzt.

Aber: «Innovation ist die Antriebsfeder der Wirtschaft», so Pillinger und bezüglich Nachhaltigkeit im ökologischen Sinne meinte der später zur Runde gestossene Stierli, Nichtregierungsorganisationen etwa würden ein Auge auf Produktionsbedingungen und Produktionsabläufe werfen und gegebenenfalls den Gang an die Öffentlichkeit nicht scheuen.

«Heute ist eine gewisse Transparenz betriebsinterner Abläufe in sensiblen Branchen unabdingbar», so Stierli, der etwa Lebensmittelproduktion oder Rohstoffgewinnung zu eben jenen den sensiblen Sparten zählte.